Ab 29. März bekommt der Linzer Flughafen seine Linienverbindung nach Frankfurt zurück – dafür stellt das Land Oberösterreich eine Anschubfinanzierung von bis zu 36 Millionen Euro zur Verfügung. Die Reaktionen reichen von harter Kritik bis viel Lob.
Nachdem die Linienstrecke Linz-Frankfurt im Oktober eingestellt worden war, übernimmt die dänische Airline DAT die Strecke ab Ende März. Dafür bekommt die Fluggesellschaft vom Land Oberösterreich öffentliche Subventionen – bis zu 36 Millionen Euro für die kommenden vier Jahre sind dafür veranschlagt, die „Krone“ berichtete.
Heftige Kritik daran kommt von den Grünen: „36 Millionen an Steuergeld rinnt in ein dänisches Shuttle, um vor allem Manager in die Finanzmetropole zu fliegen. Während hier im Land etliche Bereiche zusammenspart werden, bei den Ärmsten gekürzt wird, hat man offenbar noch genug Geld für die Konzerne“, wettert Klubobmann Severin Mayr.
Wirtschaftsvertreter jubeln
Von einem „wichtigen Signal“ spricht angesichts der Wiederaufnahme der Linienverbindung hingegen die Präsidentin der Wirtschaftkammer Oberösterreich, Doris Hummer: „Eine leistungsfähige internationale Anbindung ist kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Beschäftigung.“ Vor allem für ein Exportbundesland wie Oberösterreich sei die Anbindung wichtig. Zudem sei die Verbindung mit dem internationalen Drehkreuz ein wichtiges Argument bei der Ansiedelung neuer Betriebe.
Ähnlich argument Thomas Bründl, Präsident der Industriellenvereinigung OÖ: „Die Verbindung nach Frankfurt ist die internationale Luftanbindung des Standorts – ihre Wiederherstellung ist daher ein wichtiges Signal für unsere Betriebe und für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts insgesamt. Es ist der erste Schritt, weitere müssen folgen, um das Ökosystem des Linzer Flughafens zukunftsfähig aufzustellen.“
Eigentümer-Struktur in Diskussion
Der Linzer FPÖ-Stadtrat Michael Raml sieht in der Wiederaufnahme der Strecke einen „ersten wichtigen Schritt.“ Der Politiker fordert aber weitere Maßnahmen: „Die Stadt sollte ihre Anteile an einen potenziellen Privatinvestor veräußern, der unternehmisches Know-How, Kapital und eine klare Wachstumsstratgie mitbringt.“
Am Mittwoch hatte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) bekanntgegeben, dass das Land die Mehrheit am Flughafen übernehmen möchte. Aktuell sind Land und Stadt Linz je zur Hälfte Eigentümer. Der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) will klären, ob ein Verkauf überhaupt in Frage kommt, und die Anfrage des Landes in weitere Folge „sehr genau prüfen“. Auch ein privates Unternehmerkonsortium hatte zuletzt das Angebot gemacht, den städtischen Anteil am Airport um eine Million Euro zu übernehmen.
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