Die Österreicher sehen die EU-Mitgliedschaft wieder positiver. Laut neuer Eurobarometer-Umfrage halten sie 51 Prozent der Befragten für eine gute Sache – um zehn Prozentpunkte mehr als Anfang 2024. Zugleich sind Sorgen vor Kriegen, Klimawandel und Massenzuwanderung weitverbreitet.
Als weder eine gute noch eine schlechte Sache sehen 27 Prozent der Österreicher die EU-Mitgliedschaft. 21 Prozent der Befragten halten sie für schlecht (EU-weit sind es nur elf Prozent). Entsprechend ist EU-weit auch die Zustimmung zur Union deutlich höher: Im Durchschnitt befinden 64 Prozent die Mitgliedschaft ihres Landes für gut.
Sorge vor Kriegen, Zuwanderung, Terror
Konflikte und Kriege in der Nähe der Europäischen Union lösen bei den heimischen Befragten die größten Sorgen aus, gefolgt von unkontrollierter Migration und Terrorismus. Die Sorge vor Cyberangriffen aus dem Ausland ist ebenfalls groß. Bei anderen Sicherheitsthemen wie der Abhängigkeit bei der Energieversorgung sowie der Verteidigung sind die Österreicher ebenso beunruhigt (siehe Grafik unten).
Besorgt zeigten sich die Befragten auch, was Naturkatastrophen durch den Klimawandel angeht (84 Prozent in Österreich und 86 Prozent EU-weit). Sorgen bereiten auch Drohnenangriffe (77 bzw. Prozent) sowie Wahlbeeinflussung aus dem Ausland (73 bzw. 79 Prozent).
Mehr als die Hälfte will stärkere EU
Während sich zwei Drittel der EU-Bürger eine stärkere Rolle der Europäischen Union beim Schutz vor globalen Krisen wünschen, wollen in Österreich nur 51 Prozent eine wichtigere Rolle der EU. 32 Prozent der Österreicher wollen keine Veränderung, 16 Prozent wollen weniger Einfluss der EU. Aber auch in Österreich ist eine deutliche Mehrheit der Befragten der Ansicht, dass die EU geschlossener auftreten müsse, um globale Herausforderungen zu bewältigen (86 Prozent), die EU auf internationaler Ebene eine stärkere Stimme haben sollte (84 Prozent) und dafür auch mehr Mittel brauche (64 Prozent).
Verteidigung und Sicherheit werden dabei sowohl EU-weit (40 Prozent) als auch von den Österreichern (35 Prozent) als wichtigste geopolitische Schwerpunktaufgaben der EU genannt. Fragt man aber die Bürger nach ihrer Prioritätenliste für das Europäische Parlament, werden zuallererst der Kampf gegen die Teuerung sowie der Einsatz für Wirtschaft und Arbeitsplätze genannt, in Österreich von 48 bzw. 39 Prozent.
Minderheit sieht Zukunft optimistisch
In ihren Zukunftserwartungen in Bezug auf die Entwicklung der Welt unterscheiden sich die Österreicher kaum vom Rest Europas. 49 Prozent der Befragten in Österreich beurteilen die Zukunft pessimistisch und 45 Prozent optimistisch. EU-weit sind es 52 bzw. 44 Prozent.
Die Umfrage zeigt auch: Die Einstellung zur EU hängt von Alter, Geschlecht und Bildung ab. Das positivste Bild von der EU haben in Österreich junge Frauen unter 25 Jahren mit hohem Bildungsabschluss. Dem gegenüber stehen Männer über 55 Jahren mit niedrigem Bildungsabschluss, die das negativste Bild haben.
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