Kein Strom für Kühlung

IAEA sieht Gefahr eines Atomunfalls in der Ukraine

Ausland
30.01.2026 17:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat vor der Gefahr eines nuklearen Unfalls in der Ukraine gewarnt. Die russischen Angriffe auf Umspannwerke und zunehmende Schäden am Elektrizitätsnetz würden die nukleare Sicherheit gefährden, hieß es.

Kernkraftwerke produzieren zwar selbst Energie, doch für die Kühlung des strahlenden Materials in den Anlagen wird externer Strom verwendet. Im Notfall werden Stromgeneratoren eingesetzt. Fallen die Kühlsysteme aus, droht im schlimmsten Fall eine Kernschmelze. „Die Wahrscheinlichkeit eines Atomunfalls ist an den Abgrund der Realität gerückt“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Vertreterinnen und Vertretern aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Litauen, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal und Rumänien.

Die Vereinigten Staaten schlossen sich der Stellungnahme in einer Sondersitzung der IAEA nicht an. Der russische Vertreter Michail Uljanow sprach von einer „falschen Behauptung“ und ergänzte, dass die ukrainischen Kernkraftwerke mit den russischen Angriffen auf Umspannwerke umgehen könnten. Zudem sei die IAEA-Sitzung ohnehin „ohne praktische Bedeutung“, wohingegen US-Präsident Donald Trump und Russlands Machthaber Wladimir Putin ernsthafte „Realpolitik“ betrieben. Die Ukraine deckt mehr als die Hälfte ihres Strombedarfs mit Atomenergie.

Engpässe bei der Flugabwehr
Wie berichtet, hatte Trump Putin gebeten, wegen der enormen Kälte eine Woche lang auf Schläge gegen Städte und Energieanlagen in der Ukraine zu verzichten. Putin stimmte am Freitag aber nur einer Feuerpause in Kiew bis Sonntag zu. Nach den massiven Angriffen der vergangenen Wochen auf die Energieinfrastruktur sind in der Hauptstadt immer noch fast 400 Wohnböcke ohne Heizung. Mindestens eine halbe Million Menschen soll in der Region Kiew betroffen sein.

Die Stromversorger müssen immer wieder zu Notabschaltungen greifen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verwies zuletzt auf Engpässe bei der Flugabwehr. Europäische Verbündete hätten Zahlungen für ein Programm zum Waffenkauf verzögert geleistet, deshalb seien US-Patriot-Raketen nicht rechtzeitig eingetroffen. Dies habe die Abwehr russischer Angriffe auf die Energieversorgung erschwert. In der Nacht auf Freitag gab es laut Selenskyj aber keine Attacken auf die Energieanlagen im Land.

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