„Gefahrengebiet“ (20.15 Uhr, ORF 2) ist der sechste und letzte Berliner „Tatort“ für Corinna Harfouch. Zum Ausklang geht es bei der Mordjagd in den herbstlichen Berliner Wald, bei der es nicht nur um die Jagd nach dem Täter, sondern auch um Selbstfindung und weltliche Probleme geht.
Nein, Sie werden nicht Zeuge einer besonders düster geschnittenen Folge von „Universum“ – auch wenn schon früh im neuen Berliner „Tatort“ ein neu entdeckter Wolf für den Tod eines Obdachlosen verantwortlich gemacht wird und zwei prächtige Dobermänner einer Stamm-Spaziergängerin (Catherine Stoyan) durch die Gegend sabbern.
Dass sich die Spurensicherung so auf einen animalischen Mord versteift, bringt Hauptkommissar Robert Karow (Mark Waschke) zum Ausrasten – er verlangt von den Kollegen bessere Arbeit. Partnerin Susanne Bonard (Corinna Harfouch) soll in drei Tagen die Pension antreten und läuft geradewegs in eine Sinnkrise. Bei ersten Ermittlungen am Berliner Teufelsberg, wo die Tat passierte, treffen sie auf Survival-Expertin Dara Kimmerer (Anne Ratte-Polle) und den undurchsichtigen Noah Farrell (Nils Kahnwald).
Bonard lässt den Kollegen stehen und folgt Kimmerer in den Wald, um sich – vorgeblich – über ihr vor der Tür stehendes neues Leben im Klaren zu werden. Karow nimmt indes Noah mit in die Stadt, der aus Furcht vor dem Wolf die geplante Survival-Tour abgesagt. Auf sonderbare Weise fühlt sich der Kommissar vom charismatischen Einsiedler eingenommen und verstrickt sich in ein undurchsichtiges Dickicht – während Bonard im Wald nicht nur ihre inneren Dämonen jagt, sondern auch der Tourführerin stärker auf den Zahn fühlt.
Der von Mira Thiel geschriebene als auch inszenierte „Tatort: Gefahrengebiet“ ist in jeder Hinsicht anders. Er zeigt Berlin nicht schillernd, sondern rural. Im Wald bei Bonard wie auch in der Stadt bei Karow herrschen Dunkelheit, die Tat verkommt zum Nebenspielplatz. Vielmehr geht es um Weltuntergangsängste, das Leben der Prepper und die Frage, wie der Mensch mit der Natur, seinesgleichen und sich selbst umgeht. Von allen Beteiligten umwerfend intensiv gespielt, aber in den Waldszenen auch zäh und zu artifiziell gewollt.
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