Es ist ein Drama, das sich bald wieder fast unbemerkt am Stadtrand abspielen wird. Während Spaziergänger die ersten warmen Sonnenstrahlen genießen, kämpfen Frösche, Kröten und Molche ums nackte Überleben. Ihr Weg zu den Laichplätzen führt sie oft quer über Straßen – und für viele endet diese Wanderung tödlich.
Kaum steigen die Temperaturen im nahenden Frühjahr, machen sich tausende Tiere instinktiv auf den Weg zum Wasser, um sich fortzupflanzen. Doch wo früher Wald und Wiese waren, rollen heute Autos – für unzählige Tiere bedeutet das den sicheren Tod. Genau hier setzt das Amphibienschutzprojekt am Hanslteich in Hernals an.
Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) organisiert seit mittlerweile sieben Jahren eine aufwendige Rettungsaktion. Mit Schutzzäunen entlang der Straße und engagierten Freiwilligen, die morgens und abends unterwegs sind, werden die Tiere eingesammelt und sicher über die Gefahrenzone gebracht.
Große Wirksamkeit
Was nach einer kleinen Hilfsmaßnahme klingt, ist in Wahrheit ein entscheidender Beitrag zum Erhalt ganzer Populationen. „Ohne diese Hilfe würden hier jedes Jahr tausende Amphibien sterben“, heißt es aus dem Projektteam. Besonders betroffen sind Erdkröten, Grasfrösche und Molche – Arten, die ohnehin unter Lebensraumverlust, Klimawandel und Umweltbelastungen leiden.
Freiwillige Artenschützer gesucht
Amphibien gelten als sensible Frühwarnsysteme der Natur: Verschwinden sie, ist das ein Alarmsignal für ganze Ökosysteme. Damit die Rettungsaktion auch heuer gelingt, werden dringend neue freiwillige Helfer gesucht. Anfang März startet eine Einschulung direkt beim Hanslteich, bei der Interessierte lernen, wie die Tiere richtig geschützt und umgesetzt werden.
Verlässlichkeit und Durchhaltevermögen sind gefragt – denn die Wanderung dauert mehrere Wochen und kennt kein Schönwetterprogramm. Warum das alles wichtig ist? Weil jede gerettete Kröte zählt. Amphibien regulieren Insektenbestände, sind Nahrung für andere Tiere und ein unverzichtbarer Teil der heimischen Natur.
Verstummen ihre Rufe, verliert der Wienerwald ein Stück Leben – und wir ein Stück Verantwortung. Am Ende ist es eine einfache Entscheidung: wegsehen oder helfen. Am Hanslteich zeigt sich, dass engagierte Menschen den Unterschied machen können. Damit das Quaken im Frühling nicht für immer verstummt.
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