"Krone"-Interview

Schmidt: “Waren zeitweise nahe an der Perfektion”

Sport
03.05.2014 18:20
Die Verlockung, bei einem Topklub in einer der stärksten Ligen der Welt zu arbeiten, war zu groß. Wie berichtet, verlässt Trainer Roger Schmidt Meister Red Bull Salzburg im Sommer und wechselt zum deutschen Bundesligisten Bayer Leverkusen. Vor seinem letzten Heimspiel mit den "Bullen" gegen Ried am Sonntag traf die "Krone" den 47-jährigen Erfolgscoach.

"Krone": Ihre Truppe agierte in dieser Saison sensationell. Wie schätzen Sie das ein?
Roger Schmidt: Ich glaube, dass wir in einigen Momenten nahe der Perfektion waren. In unserer absoluten Überform, die wir im Laufe dieser Saison hatten, haben wir so Fußball gespielt, wie diese Gemeinschaft, die da zusammen ist, es besser nicht kann.

"Krone": Was war das beste Spiel der Saison?
Schmidt: Wenn man auch die Wertigkeit einbezieht: Die Spiele gegen Ajax Amsterdam waren beide fantastisch! Da haben wir eine unglaubliche Dominanz ausgestrahlt.

"Krone": Wie ist Ihre Beziehung zu Sportdirektor Ralf Rangnick?
Schmidt: Ich denke, dass wir eine sehr gute Beziehung haben, natürlich auch sehr kritisch miteinander diskutieren können – uns nicht permanent in den Armen liegen. Dass wir beide sehr viel arbeiten und uns Gedanken machen, wie wir die Mannschaft nach vorne bringen können – auch in schwierigen Situationen.

"Krone": Gab's Einmischung in Ihren Bereich?
Schmidt: Nein, überhaupt nicht. Ich hatte das Gefühl, als Trainer alle Verantwortung zu haben, die ich als Trainer auch brauche.

"Krone": Das große Klubziel Champions League haben Sie nicht geschafft. Fehlt da nicht etwas?
Schmidt: Das war mir auch bewusst und ein Grund, warum ich so lange überlegt habe. Man hätte auch weitermachen können, um das noch zu erreichen. Ob ich dann diese Alternativen gehabt hätte, war schwer absehbar. Ich weiß, dass wir nicht fertig sind.

"Krone": Warum Leverkusen und nicht Salzburg?
Schmidt: Das ist ganz einfach der Tatsache geschuldet, dass Leverkusen in der deutschen Bundesliga spielt und zu einem der Topklubs in Deutschland zählt. Leverkusen ist rein sportlich einfach höher einzustufen.

"Krone": Waren Sie überrascht, dass Sie eine Ausstiegsklausel bekommen haben?
Schmidt: Ich bin davon ausgegangen, einfach nur meinen Vertrag zu verlängern. Dann wurde es komplexer. Der Tatsache haben wir uns gestellt und einen Vertrag entworfen, mit dem beide Seiten einverstanden waren.

"Krone": Haben Sie in Leverkusen eine Ausstiegsklausel?
Schmidt: Nein, hab ich nicht.

"Krone": Es ist möglich, dass Leverkusen in der nächsten Saison auf Salzburg trifft.
Schmidt: Ich werde Salzburg jeden Sieg gönnen. Deshalb wär's schön, wenn wir nicht gegeneinander spielen würden.

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