In welcher Form Hoeneß, der nach seiner Verurteilung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren wegen Steuerhinterziehung am 14. März von seinen Ämtern als Präsident des Vereins und Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG zurückgetreten war, wiederkommen möchte, verriet er nicht. "Viele sagen, Uli Hoeneß hat durch seinen Fehler sein Lebenswerk zerstört. Ich sehe das nicht so", sagte er unter Applaus. Anschließend wurde sein langjähriger Weggefährte Karl Hopfner von den 1.593 Mitgliedern bei nur fünf Gegenstimmen zum neuen Präsidenten gewählt.
Hoeneß gab Einblick in sein Seelenleben
Hoeneß gab erstmals nach seinem Steuerverfahren Einblicke in sein Seelenleben. Er sprach von "Hass", den er in den vergangenen 14 Monaten aufgebaut habe. Er sprach von einer öffentlichen Treibjagd auf ihn und seine Familie. "Plötzlich war ich ein Arschloch, ein Schwein", beklagte Hoeneß. Er sprach von Häme und Pranger, nahm aber Gericht und Staatsanwalt ausdrücklich von seiner Kritik aus: "Sie haben ihren Job gemacht."
Gegen das Urteil vom 13. März habe er keine Rechtsmittel eingelegt, weil seine Familie und er am Ende der Kräfte waren: "Wir hätten dieses Drama nicht weitere zwölf bis 18 Monate ertragen können", sagte Hoeneß. "Ich habe nie gedacht, dass meine Selbstanzeige nicht wirksam wird." Er gehe nun "den schweren Gang" ins Gefängnis.
Applaus und Umarmung von Stoiber
Hoeneß nannte seine Familie, seine Wurstfabrik und den Verein als die großen Stützen seines Lebens. "Das dritte Standbein seid ihr, der FC Bayern, das ist ein Traum", rief er den anwesenden Mitgliedern zu. Nach der Rede erhoben sich diese und applaudierten lang anhaltend. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber umarmte Hoeneß nach der Rückkehr auf seinen Platz.
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