Vereinter Protest

„Gesundheitsplan wird in dieser Form Leben kosten“

Niederösterreich
23.01.2026 05:45

Bürgerinitiativen im ganzen Land leisten Widerstand gegen den Gesundheitspakt des Landes Niederösterreich. Jetzt bündeln die bisherigen Einzelkämpfer ihre Kräfte und treten gemeinsam auf, weil die Politik trotz dringenden Verbesserungspotenzials bisher nicht zuhören will und man den Plan nicht mehr aufschnüren möchte.

Weil sie im Kampf um die medizinische Versorgung in ihren Regionen bisher kaum von den Landespolitikern gehört wurden, bündeln nun zehn regionale Initiativen, die zum Teil Zigtausende Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt haben, ihre Kräfte und treten gemeinsam als „Plattform NÖ“ auf.

Die Schließung von elf der 32 Notarztstützpunkte stößt dabei den Bürgerbewegungen genauso sauer auf wie das Zusperren des Spitals Gmünd oder die Abwertung der Schwerpunktklinik Mistelbach. Grundsätzlich sei man für eine Reform, aber eine richtige.

Wort nicht gehalten
„Im Gesundheitspakt steht ausdrücklich, dass am laufenden Betrieb nichts geändert werden darf, solange kein adäquater Ersatz dafür geschaffen wurde“, verlas Tamara Schönsgibl eine Stellungnahme der Plattform, die unter anderem das Fehlen dieser vorgeschiebenen Alternativen anprangert. Den Experten des NÖ-Gesundheitspakts seien „grundlegende Fehleinschätzungen“ unterlaufen. Fazit der Aktivisten: „Wir müssen uns bewusst sein: In derzeitiger Form wird der Plan Menschenleben kosten.“

Eingeständnis für „Lawine voller Fehler“
Als „Blödsinn“ tat Moderator Christian Oberlechner das Argument ab, dass man den Plan nicht mehr für Korrekturen aufschnüren könne, weil dann viele Einwände kommen würden: „Das ist ein Eingeständnis, dass man schon weiß, dass Fehler passiert sind, und man keine Lawine lostreten will.“

Notarztstützpunkte und Spitäler werden wegen Ärztemangels geschlossen. Die Politik muss den Rahmen schaffen, damit es keinen Mangel gibt!

Dr. Alfred Lichtenschopf

Waidhofen/Ybbs

Der Notarzt wird im Bezirk Hollabrunn bis zu einer Stunde Anfahrtszeit haben. Das ist Volksschulgeografie und keine Raketenwissenschaft!

Rudolf Preyer

Gemeinderat in Retz

Die Landeshauptfrau hat noch 2019 gesagt, dass Mistelbach Schwerpunktklinik bleibt. Ihre Versprechen müssen Politiker auch einhalten!

Alfred Weidlich

Altbürgermeister Mistelbach

Wir haben viel gemacht, aber es hat immer nur geheißen, dass kein Beistrich verändert wird. Wir werden lauter werden müssen.

DDr. Josef Baum

Stadtrat Purkersdorf

Dr. Alfred Lichtenschopf aus Waidhofen/Ybbs kritisierte, dass der Ärztemangel in Österreich „politisch hausgemacht“ sei und deswegen Spitäler geschlossen würden: „Im Gegensatz dazu habe ich noch nie gehört, dass bei Lehrer- oder Polizistenmangel Schulen und Inspektionen geschlossen werden müssten!“

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