Am Rande von Kitzbühel

Macht Social Media Sport besser oder schlechter?

Ski Alpin
22.01.2026 16:46
Porträt von Sophie Hartl
Von Sophie Hartl

35 Meter über Kitzbühel, die Streif im Blick und das Handy immer dabei. Während Österreichs Speed-Fahrer im Riesenrad aufs Renn-Wochenende blicken, dreht sich längst nicht nur das Rad, sondern auch die Social-Media-Maschinerie. Doch sind die sozialen Netzwerke Rückenwind für die Athleten oder zusätzlicher Druck?

Ein Interview am Skilift ist für Skirennläufer fast schon Routine. Aber wenn Gespräche plötzlich weit über den Hoteldächern im Riesenrad stattfinden, werden selbst die abgebrühtesten Abfahrer aufgeregt. Besonders, wenn man noch nie im Riesenrad saß – wie der 28-jährige Abfahrer Stefan Rieser. Auch Nachwuchstalent Fabian Bachler ist ganz aus dem Häuschen. „Noch einmal auf die Streif zu schauen, bevor ich morgen mein Weltcup-Debüt dort habe, schadet sicher nicht“, lacht der 24-Jährige.

Nach seinem Europacup-Sieg in Pass Thurn im Super-G erhielt Fabian einen überraschenden Anruf von Herren-Cheftrainer Marko Pfeifer. Der verkündete dem frischgebackenen Sieger, dass er auch in Kitzbühel an den Start gehen darf: „Unglaublich. Als Österreicher in Kitzbühel sein Weltcup-Debüt zu geben – was Besseres gibt es nicht. Mal schauen, was geht!“

Teamkollege Vincent Wieser hingegen darf schon zum dritten Mal die Streif bestreiten: „Das Flair ist wirklich sehr inspirierend, es beflügelt nicht nur, sondern gibt den nötigen Push.“ Ob der Push für ein zufriedenstellendes Ergebnis reicht, wird sich morgen zeigen – auf allen möglichen Social-Media-Plattformen. Denn an dem kommenden Wochenende voller Glamour und Rennfieber wird sicher reichlich gepostet. Doch setzt das die Sportler nicht noch zusätzlich unter Druck?

Fluch oder Segen?
Darüber, ob die Sozialen Medien gute oder schlechte Auswirkungen auf den Sport haben, lässt sich sicher lange streiten. Die vier Speed-Fahrer Fabian Bachler, Vincent Wieser, Stefan Rieser und Manuel Traninger sind sich einig. Auf 35 Meter Höhe im geschützten Umfeld der Riesenrad-Gondel fand Stefan die passende Antwort: „Ich bin kein Fan von Social Media, aber wenn es jemand gut macht und wirklich über die Hintergründe berichtet, kann es schon von Vorteil sein für die Sportwelt.“ Teamkollege Manuel ergänzt: „Der Druck ist trotzdem da, egal ob mit oder ohne Social Media.“

Einzig nach einem Sieg können die Sozialen Medien zum Verhängnis werden. „Erfolge dürfen gefeiert werden, dass das dann etwas mehr Wellen schlägt, ist klar. Aber da darf man sich nicht aus dem Konzept bringen lassen, das gehört dazu“, schmunzelt Vincent. In zehn Jahren wird das Interview am Riesenrad zwar nur mehr eine schöne Erinnerung sein, aber die Speed-Talente sehen sich alle noch am Start von der Streif.

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