Bablers Liste. Nun weiß also Österreich, für welche Lebensmittel ab Jahresmitte die Mehrwertsteuer halbiert wird. Der in seinem Hauptberuf für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport zuständige SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler hat sich in der ORF-Pressestunde als Hobby-Marktkenner geoutet und eine Liste mit den künftig billigeren Grundnahrungsmitteln präsentiert. Bablers Einkaufszettel umfasst unter anderem Milch, Butter und Hühnereier, mehrere Gemüsesorten von Karfiol über Gurken und Kartoffel, Rüben, Knollensellerie bis zu Bohnen und Erbsen. Dabei ist auch noch Obst von frischen Äpfeln und Birnen bis zu Marillen oder Kirschen sowie Reis, Weizenmehl, Brot und Nudeln – mit dem Zusatz „ohne Füllung“. Speisesalz wird in der Babler-Liste übrigens auch noch angeführt. Aber da fehlt doch was?
Wo bleibt der Pfeffer? Ja, auf dieser Liste fehlt natürlich manches. Alltägliches, wie Fleisch, Wurst, Käse, Bananen, Roggenmehl oder Joghurt und einiges mehr, das viele mindestens ebenso zu den Grundnahrungsmitteln zählen würden wie etwa Spargel, der sich auf der Liste findet. Aber diese Liste – ist sie überhaupt verbindlich? Was ist bei dieser Regierung schon verbindlich! Die allerersten Reaktionen auf die geplante Mehrwertsteuerreduzierung bei Grundnahrungsmitteln ab Jahresmitte – sie waren noch überwiegend positiv. In der zweiten Runde, als man begonnen hatte nachzurechnen, wie viel oder wie wenig sich Haushalte durch die Steuerreduktion ersparen – da fiel das Echo schon deutlich weniger freundlich aus. In der dritten Runde, nach der Veröffentlichung der Billig-Liste durch den Vizekanzler - nun fällt sie noch kritischer aus. Sogar bei den Koalitionspartnern der SPÖ. Denn ÖVP und Neos erfuhren von der Liste erst durch die Verbreitung durch den unzuständigen Vizekanzler. Nun wird also um Wurst, Bananen und Joghurt diskutiert. Vielleicht auch um den auf der Liste fehlenden Pfeffer. Ja, wo ist denn der Pfeffer? Schauen wir einmal, was letztendlich von der groß angekündigten Mehrwertsteuersenkung übrig bleibt. Möglicherweise ähnlich wenig wie von der nun groß angekündigten Wehrdienstverlängerung.
Kommen Sie gut durch den Mittwoch!
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