Dry January

Ärzte: Das bringt der kurze Verzicht auf Alkohol

Gesund
18.01.2026 10:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Viele Menschen haben den Neujahrsvorsatz, weniger Alkohol zu trinken oder gar komplett darauf zu verzichten. Ein Teil setzt auf einen „Dry January“, sprich alkoholfreien Jänner. Doch reicht es schon, für kurze Zeit auf Alkohol zu verzichten? Was sind die Effekte?

„Was man ziemlich schnell merkt, ist, ob man überhaupt aufhören kann zu trinken – also ob man nur aus schlechter Gewohnheit trinkt oder eine Abhängigkeit hat“, sagt Mediziner Helmut Seitz von der Universität Heidelberg. Er forscht seit Jahrzehnten zu den Folgen von Alkoholerkrankungen. Wer aufhören könne, merke zuerst eine bessere Schlafqualität. „Die Phasen, in denen man tief und erholsam schläft, werden länger“, sagt Seitz. Dadurch kann sich dann die Konzentration am nächsten Tag verbessern.

Weitere Effekte innerhalb eines Monats könnten bessere Leberwerte und ein besserer Stoffwechsel sein, sagt Mediziner Peter Dietrich vom Universitätsklinikum Erlangen. Wer einen Monat lang nicht zu Alkohol greife, könne die Erfolge außerdem auf der Waage sehen. Ein Gramm Alkohol hat laut Seitz durchschnittlich sieben Kilokalorien. Auf diese Weise könne ein halbes bis ganzes Kilogramm abgenommen werden.

Viele trinken nach Pause weniger
Er habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen nach einer Pause weniger trinken würden, sagt Seitz. „Sie merken, dass es ihnen guttut. Wenn sie vier Wochen ohne Alkohol schaffen, fällt es ihnen auch künftig leichter, immer wieder mal zu verzichten.“ Viele positive Effekte stellen sich laut Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) auch erst nach mehreren Monaten Verzicht ein. Langfristig sinkt etwa das Risiko für Bluthochdruck und Herzkreislauferkrankungen. Weitere Beispiele sind eine Besserung der Haut und Stabilisierung des Immunsystems. „Man bekommt weniger Infekte“, sagt Seitz.

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Es führt vielleicht dazu, über die Häufigkeit, die Menge und den Anlass für den Alkoholkonsum nachzudenken.

Antje Gahl, Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Auch ein kurzer Verzicht macht laut dem Arzt Sinn, obwohl es keine Studien dazu gebe. „Es führt vielleicht dazu, über die Häufigkeit, die Menge und den Anlass für den Alkoholkonsum nachzudenken – und man versucht dann vielleicht, insgesamt weniger zu trinken“, sagt Gahl. Auch regelmäßige alkoholfreie Tage wirkten sich positiv aus. Man könne versuchen, sich bei gesellschaftlichen Anlässen zurückzuhalten und es bei einem Glas zu belassen. Wer sich bewusst ein neues Ritual wie einen Tee, einen Spaziergang oder Sport schaffe, könne leichter verzichten, sagt der Erlanger Oberarzt Dietrich. Alkohol sollte zu Hause nicht sichtbar gelagert werden.

Menschen, die bereits viel trinken, sollten sich während der Pause von einer Ärztin oder einem Arzt begleiten lassen. Ein plötzlicher Entzug kann in diesen Fällen zu Symptomen führen.

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