15. April 2014

Wie weit gehen?

Sport
15.04.2014 08:55
Wie weit dürfen Medienvertreter gehen, um die Öffentlichkeit über Prominente zu informieren? Eine Antwort darauf fand nicht einmal Günther Jauch, obwohl der Starmoderator in seine ARD-Talkskow exponierte Vertreter beider Seiten eingeladen hatte.

Etwa Schumi-Sprecherin Sabine Kehm, die über den Spießrutenlauf von Michaels Familie durch eine Horde Schnappschuss-heischender Fotografen vor dem Grenobler Spital berichtete - und den selbst ernannten Paparazzo Hans Paul, der von Absprachen mit Promis erzählte, die sehr wohl an "zufälligen" Bildern mit dem neuen Lebenspartner interessiert sind, um die eigene Bekanntheit weiter zu erhöhen.

Natürlich wollen auch Juristen, teilweise für viel Geld, diesen Interessenskonflikt klären; lösbar ist er aber nur durch die Moral der Betroffenen.

Viele Politiker, Künstler oder Sportler nützen Medien für ihre Zwecke aus, kreischen aber entsetzt auf, wenn die von ihnen willkürlich gezogene Grenze verletzt wird. Man kann nicht einerseits in fast unerträglicher Permanenz vor Fotografen posieren und anderseits empört sein, wenn auch ein unerwünschtes Zeitungsbild auftaucht, das möglicherweise das Familienleben stört.

Genauso inakzeptabel ist auch das Verhalten mancher Promijäger, die mit allen Mitteln ein Foto von Michael Schumacher im Koma knipsen wollen, um damit Millionen zu verdienen. Das ist, mit Verlaub, zum Kotzen.

Das Wechselspiel zwischen Prominenten und Medienvertretern funktioniert nur durch die Eigenverantwortung aller Beteiligten. Sonst gibt es, wie so oft in letzter Zeit, einen großen Verlierer: die Menschlichkeit.

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