Im vor zwei Tagen abgelaufenen Jahr stieg die Zahl der Arbeitslosigkeit in Tirol weiter an. Fachkräftemangel und Langzeitbeschäftigungslosigkeit waren die zentralen Herausforderungen. Dennoch blickt man beim Arbeitsmarkt Service Tirol (AMS) positiv auf das Jahr 2026.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen um 7,1 Prozent gestiegen. Das sind 17.168 Personen. Gesunken hingegen ist die Anzahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen (um 4,9 Prozent). Nie zuvor waren in Tirol so viele Menschen unselbstständig beschäftigt wie 2025.
Die Arbeitslosenquote lag mit 4,5 Prozent spürbar über dem Niveau der letzten drei Jahre. Im Vergleich mit früheren Jahren bleibt sie jedoch weiterhin niedrig. Die Langzeitbeschäftigungslosigkeit ist jedoch um 14,9 Prozent auf 2070 Betroffene gestiegen. 12,1 Prozent aller Arbeitslosen waren in Tirol im Schnitt langzeitarbeitslos.
„Die Beschäftigung ist auf einem historischen Höchststand – das verdeutlicht auch die Stärke unserer Wirtschaft. Die Lage am Tiroler Arbeitsmarkt blieb jedoch auch 2025 angespannt. In vielen Betrieben fehlen Fachkräfte, während die Zahl der Arbeitslosen, insbesondere im Handel und in der Industrie, deutlich zugenommen hat“, erklärt Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführung des AMS Tirol.
Die Arbeitslosigkeit wird 2026 zunächst noch leicht steigen und voraussichtlich ab Jahresmitte wieder sinken.

Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführung AMS Tirol
Bild: Christof Birbaumer
Viele Branchen betroffen
Mit Ende Dezember 2025 waren in Tirol 17.421 Personen als arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um 3,9 Prozent bzw. 646 Personen mehr. Nach wie vor sind Frauen stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen als Männer. Die Arbeitslosigkeit in der Baubranche ist gesunken, jene in der Industrie bleibt dagegen stabil.
Ausblick ist optimistisch
Das AMS Tirol sieht das Jahr 2026 leicht positiv. Zwar dürfte die Arbeitslosigkeit zunächst leicht steigen, ab der Jahresmitte jedoch wieder sinken, wie Platzer-Werlberger erklärt: „Die aktuellen Wirtschaftsprognosen sehen bereits etwas Licht am Ende des Tunnels. Am Arbeitsmarkt wird dieser Aufwärtstrend aber wahrscheinlich erst zeitverzögert spürbar sein. Die Arbeitslosigkeit wird 2026 zunächst noch leicht steigen und voraussichtlich ab Jahresmitte wieder sinken. Der Strukturwandel und der Fachkräftebedarf werden uns weiterhin intensiv beschäftigen.“
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