Es war eine Medienoffensive der besonderen Art. Um den erwarteten Medienansturm am Tag von Hoeneß' Haftantritt schon im Vorfeld ein wenig abzufangen, öffnete die Justizanstalt Landsberg in der Nähe von München am Montag ihre Pforten für Fotografen und Journalisten. Sie durften sich ein Bild von der neuen Bleibe der Bayern-Legende machen.
Hoeneß erhält eine Einzelzelle, acht bis zehn Quadratmeter groß. Im Luxus wird der 62-Jährige darin nicht schwelgen. Ein Waschbecken mit Spiegel darüber, eine Klomuschel, ein Bett, ein Kasten, ein Bücherregal - Hoeneß muss mit dem Nötigsten auskommen.
Zwölf Euro Tageslohn
Fernsehen ist grundsätzlich erlaubt. Die "Hardware" dafür muss Hoeneß allerdings kaufen - entweder, indem er sich Geld schicken lässt, oder durch Ansparen der etwa zwölf Euro Tageslohn, die er laut "Bild" für die verpflichtenden Tätigkeiten im Häfn erhält. Die Arbeitswoche beträgt 40 Stunden. Für Freizeiteinrichtungen ist gesorgt. Im Innenhof stehen Tischtennistische, ein eigener Fußballplatz wird von Frühling bis Herbst täglich bespielt. Schachgruppen treffen sich regelmäßig zum Wettkampf. Pay-TV gibt's - ebenso wie Computer in der Zelle - nicht, Telefonieren ist nur in Ausnahmefälle gestattet.
Besuch ist zweimal pro Monat, bei Antragstellung dreimal pro Monat erlaubt. Bis zu drei Personen gleichzeitig darf Hoeneß "Audienz" gewähren.
30 Millionen hinterzogen?
Laut Urteil muss Hoeneß dreieinhalb Jahre diesen Lebensstil pflegen. Weil er Steuern in Millionenhöhe hinterzog, wurde er vom Gericht mit unbedingter Haft bestraft. Abgeschlossen dürfte das Kapitel damit aber noch nicht sein. Erst am Wochenende verdichteten sich die Hinweise, wonach Hoeneß noch mehr als die von ihm gestandenen 28 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben könnte (siehe Infobox).
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