Di, 19. Juni 2018

Einschalten!

15.04.2006 14:46

Kein "Licht am Tag" kostet jetzt 15 Euro

Die Schonfrist für „Licht am Tag“ ist abgelaufen: Wer jetzt ohne aufgedrehte Scheinwerfer erwischt wird, kann mit mindestens 15 Euro belangt werden. Verkehrsminister Gorbach rechnet damit, dass die Maßnahme jährlich bis zu 30 Menschenleben retten kann. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sieht das anders und glaubt an mehr Unfälle vor allem mit Fußgängern.

Laut VCÖ ist durch die Einführung von „Licht am Tag“ etwa in Dänemark die Zahl der Fußgängerunfälle um fünf Prozent gestiegen, weil durch die vielen Lichtquellen eine Reizüberflutung beim Autofahrer passiert und er Hindernisse später oder gar nicht wahrnimmt.

Rate bei Fußgängerunfällen gestiegen
Auch in Österreich gebe es durch eine steigende Einschaltmoral seit 2003 einen 13-prozentigen Anstieg der Fußgängerunfälle auf Schutzwegen. Der VCÖ plädierte dafür, die Lichtpflicht nur auf Autobahnen und Schnellstraßen vorzuschreiben, weil dort Chancengleichheit zwischen den Verkehrsgruppen herrsche, sprich keine Fußgänger vorhanden sind. Keine solche Vorschrift soll es nach Ansicht der Organisation im Ortsgebiet und auf Freilandstraßen geben.

Reizüberflutung durch zu viele Lichtquellen
Medizinische Studien würden belegen, dass es durch die Vielzahl von Lichtquellen beim Verkehrsteilnehmer zu einer Reizüberflutung komme, so der VCÖ. „Die Aufmerksamkeit wird zum Beleuchteten gelenkt. Ein Autofahrer sieht ein auf der anderen Fahrbahn entgegenkommendes Fahrzeug zuerst, und nimmt erst dann den unbeleuchteten Fußgänger wahr, der gerade die Fahrbahn überquert“, so ein VCÖ-Experte.

Foto: Klemens Groh

 

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