Neben den Wölfen geraten brandaktuell auch die Biber ins Visier der Behörden. Hunderte stehen auf der Abschussliste!
Die flauschigen Wasserbaumeister spalten in der Tat das weite Land: Geschätzte 5000 (!) Biber tummeln sich derzeit in Niederösterreich – und die Nager mit ihren kräftigen Beißern sorgen zunehmend für Zank und Hader. Während Naturschützer sie als Wunderwerke der Schöpfung preisen, schlagen Behörden nicht zu Unrecht Alarm wegen möglicher Fluten.
Laut WWF stehen aktuell bis zu 392 Tiere auf der Abschussliste – obwohl die possierlichen Biber nach EU-Recht streng geschützt sind. „Tötungen lösen keine Probleme, sie verschärfen sie nur“, warnt WWF-Expertin Sarah Layendecker. „Wo unser Schützling verschwindet, leidet die Natur.“
Schutzdämme können brechen
Das Argument der Öko-Aktivistin: Die wehrhaften Biber seien wahre Landschaftsarchitekten. „Mit ihren Dämmen entstehen kleine Feuchtgebiete, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause geben und sogar das Wasser zurückhalten.“ Doch genau diese Bauwerke bergen eine Schattenseite: Unterminierte Hochwasserschutzdämme können brechen und Überschwemmungen katastrophal verstärken.
Auch Bahntrassen, Aquakulturen oder Kläranlagen stehen auf der Gefahrenliste. Außerdem müssen Au-Bäume und Obstkulturen an Flüssen extra mit Gittern gesichert werden.
Ökologischer Mehrwert
Die Behörden pochen deshalb in Biber-Hotspots auf streng kontrollierte und genau geprüfte Abschüsse, um Mensch und Infrastruktur durch umstürzende Baumriesen zu schützen. Der WWF setzt dagegen auf ein friedliches Miteinander: Uferrandstreifen, in denen die Biber ungestört bauen dürfen, könnten Konflikte deutlich verringern. „Überlässt man den Tieren diesen Bereich, können sie langfristig einen ökologischen Mehrwert bringen“, so Layendecker. Während Naturschützer Petitionen gegen das Töten starten, warnen die Behörden vor der Gefahr von Dämmen, die einer Flut nicht standhalten könnten.

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.