Der Regen im Juli führte dazu, dass viele Steirer den Sommer nicht als solchen in Erinnerung haben. Ein Vergleich zu den vergangenen Jahren zeigt aber, dass auch die diesjährigen Sommermonate wärmer als durchschnittlich waren. Das Wetter in der letzten Ferienwoche wird noch einmal freundlich.
Für viele Steirer war der Sommer 2025 vor allem eines: Nass. Der Regen und die kühlen Temperaturen blieben im Gedächtnis. Aus meteorologischer Sicht waren die Monate Juni, Juli und August aber dennoch überdurchschnittlich warm. „Schuld daran ist vor allem die lange Hitzeperiode im Juni“, erklärt Meteorologe Alexander Hedenig von Geosphere Austria.
Außergewöhnlich heißer Juni
Der Juni brachte uns Steirer ganz schön ins Schwitzen: „An einzelnen Messstationen in der Steiermark war es der wärmste Juni der Messgeschichte, an den meisten zumindest der zweitwärmste“, bilanziert Hedenig. Der Monat war rund drei Grad wärmer als das klimatologische Mittel von 1991 bis 2020 und sogar fünf Grad wärmer als ein durchschnittlicher Juni zwischen 1961 und 1990.
Dadurch kam es zu Beginn des Sommers auch zu einigen Tropennächten, in denen die Temperaturen auch nachts nicht unter 20 Grad fielen: Fünf waren es in Graz, vier in Bad Radkersburg und drei in Leibnitz. „In Graz haben wir auch eine Messstation am Lendplatz, die das Stadtklima ohne Grünflächen und Bäume widerspiegelt. Diese hat ganze 18 Tropennächte aufgezeichnet“, erzählt der Meteorologe.
Der Juni hat extrem herausgestochen. An einzelnen Messstationen war er der wärmste, an den meisten der zweitwärmste Juni der Messgeschichte in der Steiermark.
Alexander Hedenig, Meteorologe Geosphere Austria
37 Grad am heißesten Sommertag
Juli und August waren hingegen ausgeglichen: „Mit viel Niederschlag und einigen Tiefdruckgebieten lag der Juli in der Obersteiermark etwas unter der durchschnittlichen Temperatur. Jedoch gab es bedeutend weniger Sonnenstunden. Die Messstation in Bad Aussee hat zum Beispiel 30 Prozent weniger Sonne aufgezeichnet als üblich“, stellt Hedenig fest. Im August hätte es zwar immer wieder kühlere Phasen gegeben, im Vergleich war aber auch dieser Monat etwas wärmer als der durchschnittliche August zwischen 1991 und 2020.
Die Sommermonate Juni, Juli und August befanden sich demnach etwa ein Grad über der durchschnittlichen Temperatur. Ausschlaggebend für dieses Ergebnis sei vor allem der äußerst heiße Juni, der das schlechte Wetter im Juli und August ausgleicht. Der heißeste Tag des Sommers wurde am 3. Juli mit 37 Grad in Bruck an der Mur gemessen. Platz zwei belegt der 26. Juni mit 36,7 Grad in Leibnitz und Bad Radkersburg. Das Podium vervollständigt der 10. August mit 35,8 Grad in Bad Radkersburg.
Viel Regen im Norden, Trockenheit im Süden
Blickt man nun aber auf die Niederschlagswerte in den Sommermonaten, zeigen sich zwei sehr gegensätzliche Seiten: Einerseits war der Juni extrem trocken. Im Süden der Steiermark, etwa in Leibnitz und Deutschlandsberg, fiel 80 Prozent weniger Niederschlag als üblich. In der Oststeiermark etwa 40 bis 60 Prozent, im Norden etwa 20 Prozent weniger. Der Juli glich dieses Defizit großteils aus: „In der Obersteiermark fiel deutlich mehr Regen, teilweise sogar bis zu 50 Prozent mehr“, hält Hedenig fest. Der August sei mehrheitlich wieder zu trocken gewesen.
In der Südweststeiermark führte der fehlende Niederschlag sogar zu ausgetrockneten Bächen: „Ein Vergleich des Zeitraums Jänner bis August der letzten 20 Jahre hat gezeigt, dass das erste Halbjahr 2025 eine der trockensten Perioden in der Steiermark war“, erklärt der Meteorologe. Heuer fielen in diesem Zeitraum etwa 400 Liter pro Quadratmeter, 2023 waren es rund 1000 Liter.
Ausblick für letzte Ferienwoche
Erfreulich ist ein Blick auf die Wetterkarte für die letzte Ferienwoche: „Der September startet sommerlich“, sagt Hedenig. Während es am Samstag noch unbeständig, mit teils schweren Gewittern am Nachmittag wird, bringt der Sonntag wieder Badewetter. Am Montag sind in der ganzen Steiermark 25 bis 28 Grad möglich. Am Dienstag können dann zwar wieder Regenschauer erwartet werden, der Mittwoch wird aber wieder trocken. Die letzten beiden Ferientage – Donnerstag und Freitag – wird es bei 25 Grad noch einmal sommerlich warm und sonnig.
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