Die Stadt Innsbruck will Geschichte sichtbar machen und widmet sich dem einstigen NS-Arbeitslager in der Reichenau. Ein Gedenkort soll entstehen. Nun wurde begleitend dazu eine Broschüre aufgelegt, in der Historiker über Inhaftierte, Vertriebene und Ermordete berichten.
Im Innsbrucker Gewerbegebiet in der Reichenau befand sich in der NS-Zeit ein Arbeitserziehungslager, wie es hieß. Dort wurden laut bisherigem Erkenntnisstand 114 Menschen aus 13 Nationen und im Alter zwischen zwölf und 86 Jahren ermordet oder sie starben an den Folgen der grausamen Inhaftierung.
Umfassende Information und ein neuer Gedenkort
Die Stadt ist in den vergangenen Jahren darangegangen, die Geschichte genauer aufzuarbeiten. Mit dem Ziel, rund um den ehemaligen Lagerkomplex einen Gedenkort zu errichten, an dem die Bevölkerung der Geschichte nachspüren kann. Im Rahmen des Projekts wurde jetzt eine Broschüre aufgelegt. Unter dem Titel „Gedenkort Lager Reichenau: Geschichte und Zukunft“ finden sich darin Artikel von Historikerinnen und Historikern zur Geschichte des Lagers und zu dessen Opfern, zahlreiche Bilder und eine Vorschau auf den Gedenkort. Die Broschüre hat eine gedruckte Auflage von 2000 Stück und ist auch online verfügbar. Der Gedenkort soll in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Lagers am Innufer östlich der Grenobler Brücke entstehen.
„Mit dem Gedenkort Reichenau möchten wir die Dimensionen der Verbrechen zumindest berührbar machen – und uns von den Geschichten der Menschen berühren lassen. Die Broschüre ist auch ein Versuch, das Unbegreifliche greifbar zu machen“, sagt Vize-BM Georg Willi (Grüne).
Die Broschüre ist im Stadtarchiv ab 28. Juli erhältlich und online abrufbar: www.innsbruck.gv.at/gedenkort-broschuere.
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