Gleich 35 Prozent hat der Großmaler, der jährlich 1.500 Gemeidewohnungen bearbeitet, illegal draufgeschlagen. Das hat nun Konsequenzen. Wiener Wohnen hat sämtliche Verträge mit der betroffenen Firma gekündigt und wird auf Schadenersatz klagen, erklärt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.
Gleichzeitig werde die laufende Kontrolle durch eine eigene "Eingreiftruppe" verstärkt und ausgebaut. Besagte Handwerksfirma war lange Jahre im Gemeindebau tätig. Der Schaden dürfte sich auf viele Millionen Euro summieren.
Klagssumme wird niedrig ausfallen
Beweisen und rechtlich rückfordern lässt sich freilich nur ein Bruchteil. Gutachter haben fünf renovierte Wohnungen zerlegt und weitere 20 genauer untersucht. Die Prüfkosten liegen bei 50.000 Euro. Eine weitergehende Analyse sei finanziell nicht zu rechtfertigen, heißt es. Aber auch die Klagssumme wird daher entsprechen niedrig ausfallen. Sie liegt geschätzt unter 100.000 Euro. Parallel dazu ermittelt der Staatsanwalt wegen Steuerbetrug und Schwarzarbeit gegen den Liesinger Maler.
Getrickst, getürkt und kräftig abkassiert haben aber auch viele andere Handwerker – vom Elektriker bis zum Installateur quer durch die Bank. "Wir setzen uns mit den Betroffenen zusammen und nehmen jede verdächtige Rechnung einzeln durch", sagt Wiener-Wohnen-Chef Josef Neumayer. Jeder zu viel gezahlte Cent werde zurückverlangt.
"Keinem Mieter ist Nachteil entstanden"
Der Verdacht, dass auch Mitarbeiter der Hausverwaltung mit korrupten Firmen gemeinsame Sache machen, habe sich nicht erhärtet. "Es wurden keine Beweise gefunden", erklärt Neumayer. Dennoch werde die Auftragsvergabe neu geregelt. Ludwig ergänzt: "Mir ist wichtig zu sagen, dass keinem Mieter ein Nachteil entstanden ist. Den Schaden hat Wiener Wohnen."










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