"Krone": Herr Zeck, Sie sind jetzt seit zwei Jahren bei der Unicef in Manila, als Leiter für Ernährung und Gesundheit. Wie haben Sie selbst den Taifun erlebt?
Willibald Zeck: Hier in Manila nur als starken Wind. Aber betroffene Gebiete sind dem Erdboden gleichgemacht worden, da steht nix mehr.
"Krone": Wie ist die humanitäre Lage im Moment?
Zeck: Die Katastrophe ist viel schlimmer als gedacht. Es gibt viele Kinder, die allein durch die Straßen rennen und verzweifelt ihre Eltern suchen. Das Problem ist ja auch, dass in den betroffenen Gebieten Ernährung und Gesundheit bislang schon ganz schlecht waren. Wenn die Leute nichts zu essen, nichts zu trinken haben, sich nirgends waschen können, das ist Nährboden für Infektionskrankheiten.
"Krone": Wie sieht die Hilfe aus?
Zeck: Die einfachsten Dinge werden durch die zerstörten Strukturen schwierig. Wir haben zum Beispiel genug Impfstoffe gelagert, können die Kühlkette aber nicht einhalten, weil alles zerstört ist. Da braucht es erst einen Generator, dann einen Kühlschrank - vor solchen Problemen stehen wir. Mein Team ist mit acht Leuten vor Ort und schaut sich an, was man alles tun kann.
"Krone": Wie hat die Hilfe überhaupt funktioniert?
Zeck: Gut. Sie ist zuerst von der Regierung selbst gekommen. Man ist ja auf Taifune vorbereitet - das Ausmaß war aber nicht abzusehen. Acht unserer Experten aus aller Welt wurden eingeflogen, die umfassende Konzepte erstellen. Prioritäten: Leben retten, Ernährung, Behausung, Gesundheit sichern, Wiederaufbau.
"Krone": Wie tragen die Einheimischen ihr Schicksal?
Zeck: Das Gute ist: Die Leute halten voll zusammen. Wenn ein Kind Waise wurde, wird es sofort von jemandem aufgenommen und wie das eigene behandelt. Die Gruppendynamik hier ist unbezahlbar.
"Krone": Was können Österreicher tun, um zu helfen?
Zeck: Spenden...











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