Runde unterbrochen

Industrie bietet Metallern nur 2% mehr Lohn

Wirtschaft
15.10.2013 21:25
Bei den Kollektivvertragsverhandlungen der Maschinen- und Metallwarenindustrie sind die Gespräche am Dienstag in der dritten Runde nach neun Stunden überraschend unterbrochen worden. Auslöser war das Angebot der Industrie, die Löhne um lediglich zwei Prozent anzuheben, so die Arbeitnehmervertreter. Damit wäre die Lohnerhöhung noch unter den 2,1 Prozent gelegen, die die Arbeitgeber als Inflationsrate heranziehen.

Dass das Angebot mit zwei Prozent Ist-Lohn-Erhöhung unter der von ihnen zuletzt genannten Inflationsrate liegt, verteidigten die Arbeitgeber. Schließlich gingen Wirtschaftsforscher für das kommende Jahr von einer Teuerungsrate unter diesen zwei Prozent aus. "Wir müssen in die Zukunft schauen", so Fachverbandsobmann Christian Knill am Dienstagabend.

Arbeitnehmer sehen "absoluten Tabubruch"
Von dieser Zukunft zeichneten nach der Unterbrechung der dritten Gesprächsrunde die Verhandlungsführer auf Arbeitnehmerseite - Rainer Wimmer (Pro-Ge) und Karl Proyer (GPA) - ein düsteres Bild. Nicht nur die angebotenen zwei Prozent stoßen sauer auf. Die Arbeitgeber seien lediglich bereit gewesen, die Ist-Löhne zu erhöhen, aber nicht die Mindestlöhne und die Zulagen.

Das sei laut Proyer ein "absoluter Tabubruch" und ein "Angriff auf die gesamte KV-Landschaft". Kritisiert wird auch die vorgeschlagene Deckelung der Ist-Lohn-Erhöhung von Einkommen über 3.500 Euro, was für die Betroffenen nochmals erhebliche Gehaltseinbußen bedeuten würde, so Wimmer.

Abstimmung in der Infobox: Industrie bietet zwei Prozent mehr Lohn - reicht das?

Ab Mittwoch starten Pro-Ge und GPA Betriebsversammlungen in nahezu allen Betrieben des Fachverbandes. Dabei soll über die weitere Vorgangsweise beraten werden. Ein Streik steht derzeit nicht zur Diskussion. Am 22. Oktober soll weiterverhandelt werden. Im Vorjahr wurden vier Runden und zuletzt ein 17-stündiger Verhandlungsmarathon benötigt, um zu einem Abschluss zu kommen.

Rauchpausen als Freizeit für Gewerkschaft "Schnapsidee"
Dem Industrie-Wunsch nach einer Festlegung im Kollektivvertrag, wonach Rauchpausen während der Arbeitszeit künftig als Freizeit gelten sollen (siehe Story in der Infobox), hatten die Gewerkschaften schon am Dienstagvormittag eine Absage erteilt. Sie sprachen von einer "Schnapsidee".

Die Forderung sei nicht nur ein Eingriff in betriebsrechtliche Regelungen, sondern auch eine Missachtung des Verhandlungspartners, ergänzten Wimmer und Proyer nach der Verhandlungsunterbrechung ihre Kritk an der Idee. Auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer meinte dazu am Rande des Ministerrates: "Ich nehme das nicht ernst."

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele