22.10.2013 15:28 |

Tipps bei Stress

Überstunden vermeiden oder besser damit umgehen

Bei vielen Arbeitnehmern gehören sie zum Arbeitsalltag dazu: mehr oder weniger freiwillige Leistungen über die Normalarbeitszeit hinaus. Solange dies zu keiner Belastung für das persönliche Wohlbefinden führt, ist das auch in Ordnung – faire Abgeltung vorausgesetzt. Führt die Mehrarbeit aber zu einer Verschlechterung der persönlichen Lebensqualität, ist Handlungsbedarf gegeben.

Streng zu sich selbst sein
Manchmal werden Überstunden nicht primär vom Chef angeordnet, sondern das eigene Pflichtgefühl verleitet einen dazu, nicht eher aufzustehen, bevor nicht das selbst gesetzte Tagesziel erreicht ist. Sie sollten kritisch hinterfragen, ob die Tätigkeit, die Sie in den Überstunden machen, auch wirklich die Kriterien "wichtig und dringend" erfüllt. Beispiel: Eine Tätigkeit ist dann wichtig und dringend, wenn sie zeitkritisch für die Erreichung eines bestimmten Ergebnisses ist. Das ist meistens dann der Fall, wenn das Weiterarbeiten anderer Abteilungen nur dann möglich ist, wenn Sie Ihren Beitrag rechtzeitig erbringen. Andere Tätigkeiten, die bei näherer Betrachtung auch erst am nächsten Tag erbracht werden können, sollten nicht in die Überstunden gelegt werden.

Eigene Effizienz überprüfen
Manchmal werden Überstunden auch nur notwendig, weil man untertags einiges an Zeit mit vergleichsweise unwichtigen Tätigkeiten verbringen muss. Oft liegt in administrativen Bereichen sehr viel Einsparungspotenzial verborgen, die es nur zu heben gilt, wie etwa beim Bearbeiten von Mails, Suchen von Unterlagen oder dem Erledigen von Ablagetätigkeiten. Beobachten Sie sich selbst beim Arbeiten und versuchen Sie zu erkennen, wo noch Zeit eingespart werden könnte.

Neuorganisation der Arbeit vorschlagen
Wenn Sie Ihr Aufgabengebiet entsprechend analysiert haben, sollten Sie aktiv auf Ihren Chef zugehen und Lösungsvorschläge anbieten: Ist in Ihrem Aufgabengebiet ein hoher Anteil administrativer Tätigkeiten vorhanden und gibt es eine Abteilungsassistenz, so kann eine Lösung darin bestehen, diese Tätigkeiten an die Assistenz zu übergeben. Ein weiterer Vorschlag kann daraus bestehen, eine unterstützende Kraft, etwa in Form eines Werkstudenten anzuheuern, der Ihnen zuarbeitet.

Ist Ihr Aufgabengebiet historisch gewachsen und die Überstunden ergeben sich daraus, weil Sie eigentlich die Arbeit von zwei Vollzeitangestellten erledigen müssen, bitten Sie Ihren Chef, die Neuanstellung eines Kollegen zu überlegen. Argumentieren können Sie unter anderem mit einer verbesserten Vertretungsregelung und der Möglichkeit, die einzelnen Teilaufgaben detaillierter zu erledigen und weiterzuentwickeln.

Führen diese Versuche zu keiner merklichen Verbesserung, aber Sie wollen sich keinen neuen Job suchen, können Sie noch immer versuchen, für sich selbst einen besseren Umgang mit den notwendigen Überstunden zu finden.

Überstundentage definieren
Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Chef fest, an welchen Tagen Sie länger bleiben können. An allen anderen Tagen sollten Sie konsequent die Normalarbeitszeit einhalten. So ist klar, wann Sie sich Ihren Freizeitaktivitäten bzw. Ihrer Familie widmen können und wann Sie Ihrem Chef zur Verfügung stehen. Damit sagen Sie nicht pauschal Nein zu Überstunden, aber legen - auch für sich selbst - Spielregeln fest.

Überstunden durch frühes Beginnen
Wenn es möglich ist, können Sie Ihre Überstunden auch dadurch ableisten, dass Sie einfach morgens früher anfangen. Sind Sie bereits um sieben Uhr im Büro, während der Großteil der Kollegen erst um neun eintrudelt, haben Sie täglich zwei Überstunden geleistet, in denen Sie die gewünschte oder erforderliche Mehrarbeit leisten können. Aber abends oder am Wochenende stehen Sie dann einfach nicht mehr zur Verfügung.

Überstunden zu Hause
Sind Sie nicht auf Arbeitsmittel vor Ort angewiesen, dann können Sie Ihrem Chef auch anbieten, von zu Hause aus zu arbeiten. Hier haben Sie den Vorteil, dass Sie grundsätzlich für Ihren Partner bzw. Ihre Familie greifbar sind, auch Pausen in entspannterem Umfeld einlegen können und sehr flexibel sind.

Für Ausgleich sorgen
Grundsätzlich werden Überstunden nur dann zu einem Problem, wenn Sie sich damit nicht wohlfühlen. Sind Sie beruflich gefordert, sollten Sie unbedingt privat für Ausgleich sorgen: Sport, ein gutes Buch, Theater, Ausgehen mit Freunden – achten Sie darauf, dass Ihr Leben nicht nur aus Arbeit besteht.

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