Nordico Linz

Edgar Honetschläger: Zone ohne Menschen

Oberösterreich
23.05.2025 15:00

Die meisten Künstler wollen viele Menschen rund um ihre Kunstwerke scharen, Edgar Honetschläger dagegen liebt „Non-Human-Zones“. Ein neues Stück unberührte Natur ist das Kernprojekt seiner Ausstellung im Linzer Nordico. Der Designer, Zeichner und Umweltkünstler will in seiner Schau „Give Nature a Break“ aber radikaler sein, als er ist.

Der Kosmopolit Edgar Honetschläger (58), der aus Linz stammt, setzt sich mit der Beziehung von Mensch und Natur auseinander.

Seine aktuelle Ausstellung „Give Nature a Break“ im Nordico Stadtmuseum Linz ist kein stilles Schauen – im Stiegenhaus wird man von (gezeichneten) Schwärmen samt Geräuschkulisse empfangen! Honetschläger hat ein Faible für Insekten. Aber auch die Vermenschlichung der Natur zeigt er poetisch und humorvoll auf.

Ein Jumpsuit für Hendln
In der Serie der „Bathing Trees“ zeichnete er Bäume bei der Morgentoilette oder beim entspannten Wellnessbad. In der „Chickensuit“-Reihe kreiert er Mode für Hühner – von Kunstfell über biederen Strick bis zum gemusterten Einteiler. Mit der Vermenschlichung des Federviehs will er Mitgefühl wecken. Er setzt darauf, dass man eine modisch ausstaffierte Henne eher als Mitkreatur und weniger als Grillgut ansieht. Nett, lustig, aber wenig radikal.

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)
Alles dreht sich um Insekten: Von der Marmelade (li.) bis zur menschenfreien Fläche
Alles dreht sich um Insekten: Von der Marmelade (li.) bis zur menschenfreien Fläche(Bild: Elisabeth Hermi Prünster)

Menschenfreie Zonen zur Rettung der Käfer
Honetschläger, der lange in Japan lebte, ist Kosmopolit und vielseitig: Er macht Zeichnungen, Aquarelle Fotos und Installationen bis hin zu Performances und Film. Ein besonderer Akzent: Honetschläger dokumentiert auch in der Schau sogenannte „Non-Human-Zones“. Das sind Flächen, die – vom Menschen unberührt – allein der Natur überlassen bleiben.

Er nennt das Projekt „GoBugsGo“ und will damit vor allem Insekten fördern. Acht solcher Non-Human-Zones gibt es bereits – zusammen 14 Fußballfelder reine Natur. Die jüngste Fläche befindet sich im Linzer Stadtteil Heilham. Hier konnte er 600 Quadratmeter Stadtgrund abstecken, Nordico-Besucher können Patenschaften übernehmen. Im Zuge der Ausstellung werden Naturwanderungen und Forschungswerkstätten für Kinder angeboten.

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