Vorarlbergs Alpwirtschaft ist gelebte Tradition, auch immer mehr junge Menschen wollen sich den Herausforderungen als Älpler stellen.
Rund 40.000 Tiere haben den vergangenen Sommer auf Vorarlbergs Alpen verbracht. Um das Wohlergehen der Vierbeiner haben sich 1000 Älpler und Älplerinnen gesorgt. Für deren Einsatz bedankte sich am Dienstag Landesrat Christian Gantner im Rahmen des Alpwirtschaftstages in Hohenems. Besonders erfreut zeigte sich Gantner bezüglich des Umstandes, dass viele junge Menschen Interesse an der Alpwirtschaft zeigen. „Das ist entscheidend, um die alpwirtschaftliche Tradition unseres Landes in eine gute Zukunft zu führen“, erklärte der Politiker, der selbst eine Landwirtschaft betreibt. „Sie verstehen es auch, die digitalen Möglichkeiten als moderne Kommunikationswege für einen authentischen Dialog der Alpwirtschaft mit der interessierten Gesellschaft zu nutzen“ lobte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) ebenfalls die Arbeit der Jüngeren.
Die Leistungen, die die Älpler in den Sommermonaten vollbringen, sind nicht zu unterschätzen: Auf 122 Alpen wird die Milch der Kühe direkt zum begehrten Alpkäse verarbeitet. Im Laufe des Alpsommers werden nicht weniger als 350 Tonnen Alpkäse produziert. Die Montafoner Spezialität Sura Kees bringt nochmal 70 Tonnen auf die Waage. Letzterer wird nur auf 13 Alpen im Land hergestellt.
Ziegen, Schafe, Alpakas
Aber nicht jeder Liter Milch, der auf der Alpe gemolken wird, bleibt auch dort. Die Milch von 3300 Kühen auf sogenannten Melkalpen wird in Talsennereien weiterverarbeitet. Die Bedeutung der Alpwirtschaft ist nicht nur auf die Käseherstellung begrenzt, auch in Sachen Landschaftspflege werden immense Leistungen erbracht: Denn ohne die Grasfresser gäbe es keine saftiggrünen Alpwiesen, Sträucher und Bäume würden rasch überhand nehmen, die Wiesen in Windeseile zuwuchern. Um das auch in den extremen Hochlagen zu vermeiden, sind leichtere, genügsamere Vierbeiner von Vorteil, etwa Ziegen (1149 Stück) und Schafe (3231 Stück), die schonend das Rasenmähen übernehmen. Auch über 1000 Pferde werden mittlerweile auf die Alpe gebracht. Zudem finden sich immer mehr Exoten wie Alpakas und Lamas in Vorarlbergs Bergen.
Der Wolf kehrt zurück
Die Idylle wird aber seit Kurzem empfindlich gestört – nämlich durch die zunehmende Präsenz des Wolfs, der immer wieder für Risse und dementsprechende Verunsicherung von Mensch und Tier sorgt. Hier stoßen landwirtschaftliche Interessen auf tierschutzrechtliche, hitzige Diskussionen waren und sind die Folge. Diese werden wohl auch im kommenden Alpsommer nicht ausbleiben.
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