Damit holte sich Melzer rechtzeitig vor dem letzten Grand-Slam-Turnier jenes Selbstvertrauen zurück, das ihm bei den drei Erstrunden-Niederlagen seit Wimbledon abhandengekommen war. "Es war hart. Nach Wimbledon konnte ich vier Wochen lang nicht spielen, weil ich Schulterprobleme hatte. Danach lief es nicht gut, daher brauchte ich diese Matches diese Woche so dringend. Es konnte nicht besser laufen, als nun mit dem Sieg in die Open zu gehen", sagte der 32-jährige Melzer, nachdem er sich in seinem 13. Endspiel zum fünften Mal auch den Sieg geholt hatte.
Verletzungspech für Monfils
Gegen den offensichtlich schon mit Schmerzen angetretenen Franzosen gab der Niederösterreicher von Beginn weg den Ton an. Nach einem frühen Break zum 2:0 hatte Melzer den ersten Satz nach knapp einer halben Stunde in der Tasche. Nach einem neuerlichen Aufschlagverlust zum 1:2 im zweiten Satz ließ sich Monfils behandeln und gab danach wegen einer Bauchmuskelzerrung auf. "Ich habe ihm am Netz gesagt, dass es mir leidtut. Das war wirklich Pech. So möchte man eigentlich nicht gewinnen", gab sich Melzer nach seinem ersten Sieg über den Franzosen empathisch.
Die Freude über den ersten Hartplatztitel war bei Melzer unübersehbar. Zufrieden küsste der Vollbart tragende Österreicher die Glas-Trophäe. In Richtung Tribüne richtete er seinen Dank auch deshalb, weil dort Neo-Coach Galo Blanco saß. "Drei Wochen und schon ein Titel, das ist super", sagte Melzer, der nun in die Top 30 der Weltrangliste zurückkehrt, zufrieden. "Es war eine tolle Woche, ich habe mich durch die erste Runde gequält und danach lief es. Das ist mein erster Titel auf Hartplatz, das ist etwas Besonderes für mich."
Dass sich der ehemalige Weltranglisten-Achte Melzer nun mit breiter Brust für das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres einiges ausrechnet, liegt auf der Hand. In Flushing Meadows beginnt der als Nummer 29 gesetzte Österreicher gegen Jewgenij Donskoj. Mit dem wiedergewonnenen Selbstvertrauen sollte der Russe für Melzer kein wirkliches Problem darstellen.
Mayr-Achleitner als Lucky Loser im US-Open-Hauptbewerb
Gute Nachrichten gibt es auch von Österreichs Tennis-Damen: Patricia Mayr-Achleitner hat am Freitag in der dritten Qualifikationsrunde für die US Open zwar verloren, sie rutschte aber als Lucky Loser noch in das 128er-Feld. Nach der Absage der Russin Maria Scharapowa stand fest, dass jeweils 17 aus der Qualifikation aufsteigen. Mayr-Achleitner bekommt es zum Auftakt mit der als Nummer 29 gesetzten Slowakin Magdalena Rybarikova zu tun, es steht nach einem Sieg 2012 1:0 für die Weltranglisten-141. aus Tirol. Rybarikova liegt aktuell im Ranking auf Position 31.
Wer weiterkommt und noch eine Runde übersteht, würde es wohl mit der topgesetzten US-Amerikanerin Serena Williams (USA) zu tun bekommen.
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