Schon seit mehreren Tagen soll der Mann am WC des sogenannten alten Heizhauses am Campus der Uni "gehaust" haben. Er war Ende 2012 aus seiner Wohnung delogiert worden und hatte seither keinen festen Wohnsitz. Am Donnerstag gegen 6.45 Uhr fiel er erneut einer Reinigungskraft der Uni auf. Sie hielt den Mann offenbar für verdächtig - zumal er schwarze Handschuhe trug. Deshalb rief sie die Security-Mitarbeiter der Universität.
Reizung der Bindehäute
Als die Männer den Verdächtigen ansprachen, zückte dieser plötzlich eine Pistole und schoss. Während die Mitarbeiter in Deckung gingen, rannte der Schütze in Richtung Attemsgasse und Stadtpark davon. Während er untertauchte, gingen die Sicherheitsleute zurück zum Tatort und erlitten durch die Gaswolke der Waffenmunition eine leichte Reizung der Bindehäute in den Augen.
"Er hat immer auf sein Äußeres geachtet"
Eine Fahndung nach dem auffällig gut gekleideten Mann wurde eingeleitet: "Obwohl er zu den Obdachlosen zählt und man sich da etwas anderes vorstellt, hat er immer auf sein Äußeres geachtet", erklärte Fritz Grundnig von der Landespolizeidirektion Steiermark. Mit der guten Täterbeschreibung - der Verdächtige hat einen langen Vollbart, trug einen schwarzen Anzug, weißes Hemd und hatte eine braune Ledertasche bei sich - entdeckte ihn eine Streife gegen Mittag am Lendkai. Der 43-Jährige ließ sich widerstandslos festnehmen.
Schütze will aus Notwehr geschossen haben
Der Verdächtige erklärte bei der Befragung, er habe sich bedroht gefühlt und deshalb geschossen. Seine anfänglich wirren Angaben ergaben letztlich ein klares Bild, erklärte Grundnig. Da niemand ernsthaft verletzt wurde, wird der Grazer wegen gefährlicher Drohung angezeigt.
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