11.08.2013 08:31 |

Zum Ende des Ramadan

Dutzende Tote bei Anschlagsserie im Irak

Während der Feiern zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan hat eine blutige Serie von Terroranschlägen den Irak erschüttert. Mindestens 74 Menschen seien nach offiziellen Angaben am Samstag ums Leben gekommen. Mehr als 190 seien verletzt worden. In irakischen Medienberichten war sogar von bis zu 120 Toten und 300 Verletzten die Rede. Auch am Sonntag forderten neue Angriffe mindestens sieben Menschenleben. USA und UNO verurteilten die Gewalt.

Allein in der Hauptstadt Bagdad wurden am Samstag mindestens 50 Menschen getötet, berichtete der arabische Nachrichtensender Al Jazeera. Die Sprengsätze detonierten in vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteilen. Ziel der Anschläge seien Restaurants, Märkte und ein Freizeitpark gewesen, wo sich zum Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) zahlreiche Menschen aufhielten.

Bei einem Selbstmordanschlag in Tuz Khurmato 175 Kilometer nördlich der Hauptstadt wurden neun Menschen getötet und 48 weitere verletzt. In Nassiriya, 300 Kilometer südlich von Bagdad, wurden vier Menschen getötet. Bei einem Anschlag in der für Muslime heiligen Stadt Kerbala, 100 Kilometer südwestlich Bagdads, tötete eine Autobombe fünf Menschen. Nahe Mossul im Nordirak wurde ein Armeevertreter in seinem Haus erschossen. Ein Behördenvertreter der Region Al-Nil südlich von Bagdad und sein Sohn wurden ebenfalls zu Hause von Bewaffneten überfallen und getötet.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, erklärte, die USA verurteilten die feigen Angriffe aufs Schärfste. Die Anschläge hätten sich gegen Familien gerichtet, die das Fastenbrechen feierten. "Die Terroristen, die diese Taten begangen haben, sind Feinde des Islam und ein gemeinsamer Feind der Vereinigten Staaten, des Irak und der internationalen Gemeinschaft."

Blutiger Machtkampf zwischen Sunniten und Schiiten
Der Samstag zählte noch zu den Feiertagen rund um das Ende des Ramadan. In diesem Jahr war der islamische Fastenmonat, der in der zweiten Juliwoche begonnen hatte, im Irak von besonderer Gewalt geprägt.

Der Machtkampf zwischen Sunniten und Schiiten war nach dem Abzug der US-Truppen vor eineinhalb Jahren neu ausgebrochen. Viele sunnitische Muslime, die unter dem Regime des gestürzten Diktators Saddam Hussein zur Machtelite gehörten, fühlen sich heute benachteiligt und von dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki diskriminiert.

Zuletzt begannen Ende 2012 massive Proteste von Sunniten. Ende April gingen Sicherheitskräfte massiv gegen ein sunnitisches Protestcamp im Nordirak vor. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten wurden Dutzende getötet. Seitdem nahm die Gewalt im Land zu.

Außerdem sieht sich der Irak mit Gewalt des Terrornetzwerks Al-Kaida konfrontiert. Ende Juli hatten sich Al-Kaida-Anhänger zu gewaltsamen Gefängnisausbrüchen im Irak bekannt, bei denen Hunderte Häftlinge flohen. Am vergangenen Montag verkündete die Regierung die Tötung von sechs Al-Kaida-Mitgliedern sowie die Festnahme von zehn weiteren.

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