Hohe Baukosten machen Wohnen für alle teurer. Ein neuer Gebäudetyp soll hier Abhilfe schaffen – Vorbild ist dafür ein Pilotprojekt in Bayern. Auch der Kärntner Landtag befasst sich bald mit einem Antrag.
Hoher Lärmschutz, eine besonders gute Dämmung, wenig Schwingungen bei Holzböden – all diese Eigenschaften sind zwar wünschenswert, doch wenn die entsprechenden Normen zu streng gestaltet sind, dann treibt das auch die Baukosten in die Höhe. Gerade in Zeiten einer schwächelnden Wirtschaft schlägt sich das negativ auf die Leistbarkeit beim Thema Wohnen nieder.
Daher gibt es in der Baubranche, aber auch der Politik, Bestrebungen zu einem pragmatischen Zugang. Oft kann eine etwas weniger strenge Bauvorschrift zu deutlich geringeren Kosten führen. „Erfolgreiche Beispiele, wie der ,Gebäudetyp E‘ in Bayern zeigen, dass gleichbleibende Qualität bei vereinfachten Bauvorschriften möglich ist“, erklärt Paul Perkonig von der Wirtschaftskammer Kärnten.
Weniger Steckdosen, dünnerer Stahlbeton
Wissen Sie, wie viele Steckdosen in einer neuen Dreizimmerwohnung herkömmlich installiert werden? Die Zahl 47 erstaunt dann doch – da klingen die 24 Stück, die im „Gebäudetyp E“ vorgesehen sind, vernünftig. Auch eine Stahlbetondecke, die statt 18 „nur“ 14 Zentimeter dick ist, hat viele Vorteile – die Konstruktion ist nicht nur billiger, sondern geht auch schneller. Nur der Schall wird etwas weniger reduziert. Und auch beim Verzicht auf Estrich bei Holzbalkendecken überwiegen wohl die Vorteile.
Auch in Kärnten gibt es Bestrebungen, dieses Modell zu etablieren. „Ein Antrag des SPÖ-Landtagsklubs liegt bereits seit November auf“, erklärt Klubobmann Herwig Seiser. „Dadurch könnte umweltfreundlicher, günstiger und bedarfsorientierter gebaut werden.“
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