25.07.2013 22:21 |

Kein Ende der Gewalt

UNO: Bereits mehr als 100.000 Tote im Syrien-Konflikt

Das Blutvergießen in Syrien nimmt kein Ende: Nach neuen Angaben der Vereinten Nationen wurden inzwischen mehr als 100.000 Menschen in dem Bürgerkrieg getötet. Diese Zahl nannte am Donnerstag UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und drängte zugleich auf neue Anstrengungen für eine internationale Friedenskonferenz. Auch der islamische Fastenmonat Ramadan brachte die Konfliktparteien in Syrien Aktivisten zufolge nicht dazu, die Waffen schweigen zu lassen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte bereits Ende Juni von mehr als 100.000 Toten im syrischen Bürgerkrieg gesprochen. Nun nannte auch Ban während eines Treffens mit US-Außenminister John Kerry in New York diese Zahl.

"Wir müssen das beenden, die militärischen und gewaltsamen Aktionen müssen von beiden Seiten gestoppt werden und daher ist es zwingend erforderlich, eine Friedenskonferenz so bald wie möglich auszurichten", forderte Ban. Zusammen mit Kerry zeigte sich der UNO-Generalsekretär überzeugt, dass es keine militärische Lösung für den seit 28 Monaten anhaltenden Konflikt geben könne. Kerry fügte hinzu, er habe am Mittwoch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow gesprochen. Darin hätten sie vereinbart, "unser Äußerstes tun", um die Konferenz "so bald wie möglich" abzuhalten.

Mehr Waffen und chaotischer Frontenverlauf
Für die Zunahme der Gewalt gibt es laut Beobachtungsstelle mehrere Gründe: Zum einen erhielten die Rebellen mehr Waffen, zum anderen hätten die Regierungstruppen ihre Angriffe intensiviert. Außerdem bekämpften sich in "befreiten Gebieten" unterschiedliche Rebellengruppen wie etwa Dschihadisten und Kurden, sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP.

Syrien-Konferenz weiterhin ungewiss
Anfang Mai hatten Russland, das zu den letzten Unterstützern des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad zählt, und die USA, die auf Seiten der syrischen Aufständischen stehen, die Ausrichtung einer Syrien-Konferenz in Genf vereinbart. Eigentlich sollte sie noch im selben Monat stattfinden, später war von Juni die Rede. Bisher ist jedoch nicht einmal die Teilnehmerliste einer solchen Konferenz klar.

Chemiewaffen-Experten der UNO in Damaskus
Die UN-Gesandten Ake Sellström und Angela Kane beendeten unterdessen ihren Besuch in Damaskus. Sie hatten seit Mittwoch versucht zu erwirken, dass UN-Experten Zugang zu den Gebieten erhalten, wo mutmaßlich Chemiewaffen eingesetzt wurden. Ergebnisse der Verhandlungen wurden vorerst nicht bekannt gegeben. Die Konfliktparteien in Syrien werfen sich gegenseitig den Einsatz von Giftgas vor.

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