25.07.2013 18:53 |

Streitfall Kaesong

Nordkorea droht wieder: Armeebasis statt Industriepark?

Im Streit zwischen Nord- und Südkorea um den gemeinsam genutzten Industriepark Kaesong haben sich die Fronten weiter verhärtet. Nach einer weiteren ergebnislosen Gesprächsrunde über eine Wiedereröffnung drohte die nordkoreanische Seite am Donnerstag, aus dem Gelände auf ihrem Staatsgebiet einen Militärstützpunkt zu machen. Südkorea wiederum drohte mit "schwerwiegenden Maßnahmen", sollte das kommunistische Nachbarland nicht auf die Bedingungen für einen Weiterbetrieb eingehen.

Die beiden Seiten konnten sich nicht einmal auf einen neuen Gesprächstermin einigen. "Die Verhandlungen stehen am Rande des Zusammenbruchs", wurde der nordkoreanische Chefdelegierte im Rundfunk zitiert. Das Regime in Pjöngjang droht mit der kompletten Schließung des Industriekomplexes. Es sei unvermeidlich, Soldaten in die Sonderzone zu verlegen, sollte die Produktion in den südkoreanischen Fabriken in Kaesong nicht sofort wieder aufgenommen werden.

Südkorea beharrt nach eigenen Angaben auf einer Garantie, dass die Industriezone künftig nicht mehr einseitig von Nordkorea geschlossen wird. Es müssten internationale Standards für den Betrieb gelten. Die Sonderwirtschaftszone ist infolge der jüngsten Konfrontationen auf der koreanischen Halbinsel seit April geschlossen. Alleine im Juli waren sechs Gesprächsrunden über eine Wiedereröffnung gescheitert.

Vom Devisenbringer zurück zum Militärstützpunkt?
Der Kaesong-Komplex galt vor der Einstellung der Produktion als wichtiger Devisenbringer für das verarmte, aber hochgerüstete Land. Bereits vor der Eröffnung des gemeinsam betriebenen Industrieparks 2004 waren auf dem grenznahen Gelände nordkoreanische Soldaten stationiert gewesen. Nach Ansicht von Beobachtern will Nordkorea mit der Drohung vor allem Druck auf Seoul ausüben.

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