19.07.2013 16:52 |

Laut US-Expertin

Edward Snowdens Handschrift zeigt: "Er ist paranoid"

Ein Asylantrag, der angeblich Einblick in das Seelenleben des 30-jährigen IT-Experten und NSA-Enthüllers Edward Snowden bietet: Die US-Handschrift-Expertin Linda Lauren hat den vom US-Sender CNN veröffentlichten handgeschriebenen Asylantrag (Bild) des in Moskau festsitzenden Ex-Geheimdienstlers für die britische "Daily Mail" analysiert. Ihr zufolge handelt es sich bei dem US-Staatsfeind um einen "emotionalen, verzweifelten und paranoiden" Menschen.

Die Schrift in dem Antrag ist zittrig und die Zeilen sind teilweise verrutscht, aber insgesamt ist Snowdens Handschrift gut lesbar und zeigt laut Linda Lauren aus New Jersey, dass der Verfasser "erschöpft und verzweifelt" ist. Das Papier ist durch Handschweiß leicht gewellt.

Die Expertin, die unter anderem bei der Erstellung psychologischer Profile von Straftätern zu Rate gezogen wird, attestiert dem ehemaligen Geheimdienstler ein "fehlendes Verständnis für das Gesamtbild und seine Rolle in diesem", berichtet die "Daily Mail". Außerdem sei der 30-Jährige nicht "so intellektuell wie analytisch" - diese Beurteilung wird aber nicht näher erläutert.

Behörde hat drei Monate Zeit für Asyl-Entscheidung
Snowden hatte am Dienstag in Russland um Asyl angesucht, was von der Migrationsbehörde wenig später auch offiziell bestätigt wurde. Nun wartet der von den USA als "Verräter" Gesuchte auf eine Antwort. Die russische Einwanderungsbehörde hat drei Monate Zeit für eine Entscheidung. Bis dahin dürfte Snowden sein Dasein weiterhin im Transitbereich des Moskauer Flughagens fristen.

Der 30-Jährige hatte Anfang Juni mit der Enthüllung geheimer Überwachungsprogramme der USA und Großbritanniens für Aufsehen gesorgt. Die streng geheimen Dokumente hatte er unter anderem der britischen Zeitung "The Guardian" - hier konkret dem US-Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald - zugespielt.

"Partner" Snowdens arbeitet an eigenem NSA-Buch
Greenwald selbst kündigte in einem Interview für die ARD-Sendung "Beckmann" am Donnerstag weitere Enthüllungen an, die in Vorbereitung seien: "Ich bin sicher, dass in den nächsten Tagen weitere Artikel erscheinen werden, die wahrscheinlich noch explosiver sind als die, die schon veröffentlicht sind."

Greenwald arbeitet derzeit selbst an einem Buch über die Ausspähprogramme der US-Geheimdienste. Das Buch werde sich mit der "tentakelartigen" Überwachungspraxis in den USA sowie im Ausland beschäftigen und im März 2014 erscheinen, erklärte der Verlag Metropolitan Books (siehe auch Story in der Infobox).

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