Wiener Verbindungsbahn

Weichen für Öffi-Achse gestellt, nun tickt die Uhr

Wien
03.02.2025 06:00

Wohl zum letzten Mal haben die ÖBB und die Gegner der Ausbau der Verbindungsbahn zur neuen Wiener Nahverkehrsachse – Stichwort S-Bahn-Ring – vor Gericht die Klingen gekreuzt. Ob und wann der Bau beginnen kann, hängt nun aber von der Schnelligkeit in den Amtsstuben ab.

Zuversicht zeigen die ÖBB nach dem finalen Verhandlungsmarathon im Ringen um die Verbindungsbahn. Die heikelste Frage, ob überhaupt das ganze Verfahren von vorn beginnen hätte müssen, ist offenbar endgültig vom Tisch des Bundesverwaltungsgerichtshofs, und bei anderen Streitpunkten zum Ausbau der S80 zwischen Hütteldorf und Meidling haben die ÖBB noch einmal nachgebessert.

ÖBB legten zusätzlich noch 200 Bäume drauf
Statt 1.100 Ersatzpflanzungen für gerodete Bäume sind nun 1.300 versprochen, davon rund 1000 entlang oder bei der Trasse, 50 als XL-Bäume. Die zusätzliche ökologische Ausgleichsfläche im 22. Bezirk soll zudem mit einem Zuwachs von rund zwei Hektar um fast ein Drittel größer ausfallen. Auch an weiteren Details feilte die Bahn noch einmal, so soll etwa die Station Speising einen größeren Aufzug bekommen als geplant. Vor allem ging es vor Gericht jedoch um Nachweise bis ins letzte Details um weitere Nachweise und genaueste Dokumentationen, dass sich die Bahn an die Planungsvorgaben gehalten und Alternativen ausreichend geprüft hat.

In dem Maß, wie sich die ÖBB nach den sechs Verhandlungstagen bestärkt fühlen, sehen die Projektgegner ihre Chancen auf einen Sieg auf dem Rechtsweg offenbar schwinden. Sie wollen sich zwar „noch nicht geschlagen geben“, ihr Glück jetzt aber vor allem noch im Petitionsausschuss der Stadt versuchen. Weiterhin sind die Projektgegner überzeugt, die Prognosen über die Auswirkungen des Projekts beruhten auf falschen Annahmen und dass die Planung eine „verpasste Chance auf ein Vorzeigeprojekt“ bedeutet.

Es scheint, als wäre der dreijährige Kampf um die neue Nahverkehrsachse für Wien damit de facto entschieden. Umstritten sind von den insgesamt fünf Streckenkilometern vor allem 900 Meter, die in Hochlage und mit zwei neuen Stationen durch Hietzing führen. Das Projekt ist damit Bedingung für das schon ewig geplante Projekt eines geschlossenen S-Bahn-Rings um Wien. Jetzt kommt es aber nicht nur darauf an, ob das Gericht tatsächlich grünes Licht gibt, sondern auch wie schnell das Urteil da ist. Die ÖBB bekräftigen: Es brauche bis zum Sommer Klarheit, wenn der Baustart im Herbst halten soll.

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