Boston hatte bis 76 Sekunden vor Schluss noch mit 2:1 geführt, ehe Bryan Bickell und Dave Bolland mit einem Doppelschlag in nur 17 Sekunden die Partie drehten und für Chicagos insgesamt fünften Triumph nach 1934, 1938, 1961 und 2010 sorgten. Die Konzentration der Bruins in der Defensive ließ kurzzeitig nach, was die Blackhawks eiskalt ausnützten.
Späte Wende in packender Partie
In einer packenden Partie im heißen Boston (35 Grad Lufttemperatur außerhalb der Arena) hatte Chris Kelly die Gastgeber vor 17.565 Zuschauern früh in Führung gebracht (8.). Chicagos Captain Jonathan Toews gelang in der 25. Minute der Ausgleich. Nachdem Milan Lucic in der 53. Minute zum 2:1 für Boston getroffen hatte, sah alles nach einem siebenten und entscheidenden Finalspiel am Mittwoch in Chicago aus, ehe die Blackhawks ihre Saison mit zwei späten Toren krönten.
"Ich habe solch späte Wenden schon im Champions-League-Finale im Fußball gesehen, aber noch nicht bei einem solch entscheidenden Spiel im Eishockey", sagte Michal Handzus, Center der Blackhawks. Chicago ist das erste Team seit den Pittsburgh Penguins, das nach einem 1:2-Rückstand in der Finalserie den Stanley Cup mit drei aufeinanderfolgenden Siegen holte.
Kane wertvollster Spieler im Play-off
Zum wertvollsten Spieler der Play-offs wurde Chicagos US-Stürmer Patrick Kane gekürt. Kane schaffte in dieser Phase 19 Scorerpunkte (neun Tore) in 23 Spielen. Für den NHL-Rookie des Jahres 2008 und Olympia-Silbermedaillengewinner 2010 mit den USA in Vancouver war es der zweite Stanley-Cup-Triumph mit Chicago nach jenem von 2010.
Chicagos Coach Joel Quenneville hatte nach dem dritten Finalspiel seine Sturmformationen geändert und Kane mit Toews und Flügel Bryan Bickell in einer Linie zusammen geführt. Mit vier Toren in den Spielen vier und fünf, darunter drei von Kane, machte sich die Umstellung bezahlt. "Patrick (Kane) ist immer in Tornähe und bei den Abprallern präsent", bilanzierte Quenneville. Kanes Teamkollege Patrick Sharp findet, dass der nur 1,78 Meter große Kane "immer in großen Spielen großartig ist - sei es bei Olympia oder in den Play-offs um den Stanley Cup".
Boston Bruins bitter enttäuscht
Bei Boston war die Enttäuschung nach dem Scheitern riesig, weil dessen Dimension über eine sportliche Niederlage im Finale hinausging. Der Terror-Anschlag auf den Boston-Marathon, als drei Menschen, unter ihnen ein achtjähriger Bruins-Fan, ums Leben gekommen waren, blieb in den Köpfen der Spieler präsent. "Wir hatten mehr als nur persönliche Gründe, den Cup zu gewinnen", betonte Bostons Headcoach Claude Julien. Und Captain Zdeno Chara sagte: "Wir haben uns zerrissen und alles gaben." Patrice Bergeron beispielsweise spielte mit lädierter Schulter und trotz schmerzhaften Rippenverletzungen die Finalserie zu Ende.
Die Saison hatte wegen des "Lock-outs" mit viermonatiger Verspätung begonnen und die Blackhawks starteten diese mit einer unwiderstehlichen Serie von 24 Siegen.
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