Noch nie zuvor hatte Nadal schon in der ersten Runde eines der vier Major-Turniere verloren, im 35. Anlauf ist es passiert. Der Weltranglisten-Fünfte hatte im Vorjahr, allerdings nicht zuletzt auch wegen Knieproblemen, völlig überraschend schon in Runde zwei an der Church Road verloren (gegen Lukas Rosol/CZE). Es war der Beginn einer siebenmonatigen Verletzungsauszeit, die Nadal mit einem eindrucksvollen Comeback in diesem Jahr und nicht weniger als sieben Titeln 2013 nahezu vergessen machte.
Doch nun hat Nadal als erster regierender French-Open-Champion seit Gustavo Kuerten (BRA) 1997 gleich in der ersten Wimbledon-Runde verloren.
Nadal: "Es ist keine Tragödie"
Alles Zahlen, die dem zwölffachen Grand-Slam-Sieger wohl egal waren. Nadal war auf dem Platz ein wenig gehinkt, doch auf Fragen, ob eine Verletzung Mitgrund für die Niederlage war, wollte er - sportlich korrekt wie er ist - nicht eingehen. "Das ist nicht der richtige Tag (um darüber zu sprechen, Anm.). Ich habe da draußen mein Bestes gegeben, das war diesen Nachmittag nicht möglich. Aber es ist keine Tragödie. Ich gratuliere Darcis, er hat gut gespielt", sagte Nadal. Vielfach zu seinem Knie befragt, reagierte der Spanier dann schon genervt. "Alles, was ich über mein Knie sage, klingt wie eine Ausrede. Er (Darcis, Anm.) hat das nicht verdient."
Dass die Vorbereitungszeit zwischen den French Open und Wimbledon zu kurz ist, könnte man zumindest aus den Aussagen herauslesen. "Auf Gras ist es schwierig, sich anzupassen. Wenn du vorher nicht die Möglichkeit hast zu spielen, ist es schwerer. Ich hatte dieses Jahr nicht die Möglichkeit dazu und habe meinen Rhythmus nicht gefunden", erklärte Nadal.
Federer souverän
Mühelos hatte sich hingegen zuvor u.a. der Titelverteidiger seiner ersten Aufgabe entledigt. Roger Federer, möglicher Drittrunden-Gegner von Melzer, falls beide ihre nächsten Matches gewinnen, fertigte in nur 69 Minuten den Rumänen Victor Hanescu 6:3, 6:2, 6:0 ab. "Ich bin sehr glücklich, es war eine großartige erste Runde. Es war zwar ziemlich kalt, aber viel besser hätte es nicht laufen können", sagte Federer, dessen Eltern am Montag Gäste in der Königlichen Loge waren.
All die Spekulationen über seine schwierige Auslosung mit Andy Murray und Nadal noch vor dem möglichen Finale gegen Novak Djokovic haben sich nach dem Sensations-Aus Nadals drastisch relativiert.
Auch der von vielen als reif für seinen ersten Wimbledon-Titel empfundene Murray steht nach einem Drei-Satz-Erfolg über den Deutschen Benjamin Becker in Runde zwei.
Italienerin Errani out
In der Damen-Konkurrenz gab es eine vergleichsweise kleine erste Überraschung. Die als Nummer fünf gesetzte Italienerin Sara Errani unterlag Monica Puig aus Puerto Rico mit 3:6, 2:6.
Die als Nummer drei gesetzte Russin Maria Scharapowa hatte gegen die aufstrebende Kristina Mladenovic (FRA) beim 7:6(5), 6:3 keineswegs leichtes Spiel. "Es war gut, das Tiebreak zu gewinnen und dann im zweiten Satz mit 4:1 zu führen. Ich bin wirklich glücklich wie ich mein erstes Match gespielt habe. Besonders auf Gras sind die ersten Spiele immer hart."
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