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EM-Qualifikation

28:28-Remis – ÖHB-Team verpasst Sieg gegen Bosnien

Sport
13.06.2013 19:03
Österreichs Handball-Nationalteam hat am Donnerstag im Kampf um die EM-Qualifikation einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die ÖHB-Auswahl erreichte in Bosnien-Herzegowina nur ein 28:28. Damit bleiben die Österreicher in der Tabelle hinter Serbien und Russland auf Rang drei. Somit muss die letzte Partie gegen Russland wohl gewonnen werden.

Ursprünglich hätten die Österreicher in Bosnien bereits die EM-Quali unter Dach und Fach bringen wollen. Doch dieser Traum war bereits am Mittwoch geplatzt, da Russland Serbien daheim 28:29 unterlag. Der nächste Rückschlag folgte dann in der engen, alten Halle in Visoko, wo ausgerechnet die Österreicher den Bosniern ihren ersten Punkt in der laufenden Qualifikation überlassen mussten.

Bosnier in zerfahrener Partie von Anfang an besser
Österreich tat sich von Anfang an schwer, eine Linie ins zerfahrene Spiel zu bringen. Die Bosnier gaben das Tempo vor, lagen meist mit zwei Treffern voran, kurz vor dem Seitenwechsel sogar mit 15:11. Und das, obwohl für die Bosnier der EM-Zug längst abgefahren ist und der Verband bereits einen Mannschaftsumbruch bzw. eine starke Verjüngung eingeleitet hat. Im Hinspiel in Linz hatten die Österreicher noch deutlich 35:24 die Oberhand behalten.

Vor allem Spielgestalter Viktor Szilagyi sowie der schnellen Flügelzange Raul Santos und Robert Weber war es zu verdanken, dass die ÖHB-Auswahl halbwegs im Spiel blieb. Bis zur Pause wurde der Rückstand noch auf 13:15 verkürzt, danach starteten die Österreicher nicht zuletzt dank der Einwechslung von Goalie Thomas Bauer erstmals richtig durch.

Bärenstarker Goalie der Bosnier entnervt ÖHB-Angreifer
Ein Doppelschlag von Vitas Ziura und ein verwandelter Gegenstoß von Santos brachten eine 17:16-Führung (35.). Doch die Partie blieb zerfahren und eng, die Österreicher bissen sich immer wieder am überragenden bosnischen Schlussmann Benjamin Buric die Zähne aus. Die Wurfausbeute der Gäste blieb daher schwach, zudem mischten sich weiterhin zahlreiche Flüchtigkeitsfehler ins ÖHB-Spiel.

Als Weber Österreich mit 27:25 (58.) in Führung brachte, schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Doch die Bosnier drehten noch einmal auf und gingen in der Schlussminute 28:27 in Führung. Szilagyi sicherte dann noch das Remis, das aber an der Ausgangsposition für Sonntag nichts Entscheidendes mehr veränderte.

ÖHB-Team gegen Russland unter Siegzwang
Nach dem Remis steht die Truppe von Trainer Patrekur Johannesson am Sonntag in Innsbruck gegen Russland unter Siegzwang. Denn vor dem letzten Spieltag führen die Serben (7 Punkte) vor Russland (6) und Österreich (6). Ein Unentschieden daheim gegen die Russen wäre zu wenig, da die Österreicher das Auswärtsmatch 31:38 verloren haben und somit das direkte Duell für die Russen sprechen würde. Die Top Zwei qualifizieren sich für die EM 2014 in Dänemark.

Sollten die Österreicher Rang drei belegen, würde es aber ebenfalls noch eine Chance geben: Denn der beste Dritte der insgesamt sieben Quali-Gruppen darf ebenfalls zur EM reisen.

Stimmen zum Spiel
Viktor Szilagyi (Kapitän Österreich): "Wir hatten uns viel vorgenommen, aber die Bosnier waren ebenbürtig und haben verdient ein Unentschieden erreicht. Ganz schwach war unser Rückzugsverhalten, dadurch haben wir die Bosnier stark gemacht. Natürlich müssen wir uns gegen Russland steigern, aber das ist ein ganz anderes Spiel."

Robert Weber (Flügelspieler Österreich): "Die Deckung war eines unserer Hauptprobleme, da müssen wir am Sonntag definitiv aggressiver stehen. Wir werden noch einmal unser ganzes Herzblut in dieser Partie werfen. Ich bin mir sicher, mit dem Heimpublikum im Rücken können wir das packen."

Patrekur Johannesson (Teamchef Österreich): "Ich war nicht zufrieden mit der Mannschaft. Natürlich kann man vorne Chancen vergeben, aber wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgestellt haben. Das muss sich für Sonntag ändern. Der Gruppensieg ist wahrscheinlich nicht mehr möglich, aber das wäre fast vermessen gewesen in dieser schweren Gruppe. Wir haben es immer noch selbst in der Hand, aus eigener Kraft die Quali zu schaffen. Nur das zählt für uns."

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