07.10.2005 16:46 |

Hilfe, Kaninchen!

Werbung geändert, weil "Kaninchen" tabu ist

Weil Kaninchen bei den Bewohnern der südenglischen Halbinsel Isle of Portland als Unglücksbringer gelten, ist das Wort dort aus der Werbung für den ersten abendfüllenden "Wallace & Gromit"-Kinofilm gestrichen worden.

Die regulären Poster für den Animationsstreifen "Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen" dürften dort nicht aufgehängt werden, berichtet die "Times". Die Behörden hatten vor der Erwähnung des Wortes Kaninchen - "rabbit" - gewarnt.

Schlimme Karnickel
Auf der Halbinsel, die für ihren Kalkstein berühmt ist, gilt das Wort seit mehr als 100 Jahren als Tabu. Der Grund: Die von den Tieren gebuddelten Gänge und Höhlen werden als Ursache für Erdrutsche und Gefahr für die Arbeiter in den Steinbrüchen gesehen. "Wenn das Wort "rabbit" in Portland im Beisein anderer ausgesprochen wird, dann entsteht tiefes Schweigen", sagte ein Behördensprecher dem britischen Sender BBC. Man benutze höchstens Begriffe wie "Pelztierchen". Und ein anderer meinte: "Das ist zwar nur ein regionales Vorurteil, aber wie das mit Vorurteilen so ist: Die Leute nehmen sie ernst."

Die Filmproduzenten werben nun auf der Halbinsel nur mit dem Begriff Häschen ("bunny"). Der Streifen selbst läuft nur im nahen Weymouth auf dem Festland. In dem Film droht ein geheimnisvolles Riesenkaninchen, die Gemüseernte in den Vorgärten einer britischen Gemeinde zu vernichten. Mit seinem Hund Gromit geht Wallace auf die Jagd nach dem Schädling.

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