Aus Straflager
Lukaschenko lässt Lebenszeichen von Feind zu
In Belarus hat Machthaber Alexander Lukaschenko wenige Wochen vor seiner angestrebten Wiederwahl Bildmaterial des inhaftierten Oppositionellen Viktor Babariko für die Öffentlichkeit zugelassen.
Der Journalist Roman Protassewitsch veröffentlichte auf seinem Telegram-Kanal Fotos und ein kurzes Video. Sie zeigen Babariko (61) angeblich im Besuchszimmer eines Straflagers.
Der ehemalige Bankmanager war 2020 verhaftet worden, als er bei der Präsidentenwahl gegen Lukaschenko antreten wollte. 2021 wurde er zu 14 Jahren Haft wegen angeblicher Geldwäsche verurteilt. Seine Familie hatte nach Medienberichten in den vergangenen eineinhalb Jahren keinen Kontakt zu ihm. Sie hörte nur über entlassene Mitgefangene etwas über seinen Zustand.
Ebenso hatte Lukaschenko im vergangenen November ein Lebenszeichen der inhaftierten Oppositionellen Maria Kolesnikowa zugelassen. Auch dabei lief die Information über den früher oppositionellen Blogger Protassewitsch, der inzwischen mit den belarussischen Behörden zusammenarbeitet.
Lukaschenko will Bestätigung im Amt
Lukaschenko regiert in der Ex-Sowjetrepublik seit 1994 mit diktatorischen Mitteln und möchte sich am 26. Jänner erneut im Amt bestätigen lassen. Seit dem Sommer 2024 hat er in mehreren Wellen Dutzende politische Gefangene freigelassen. Die vorige Wahl 2020 war vom Vorwurf beispielloser Manipulation überschattet gewesen und hatte Massenproteste in dem eng mit Russland verbündeten Land ausgelöst. Lukaschenko ließ sie mit Gewalt niederschlagen. Immer noch werden in Belarus mehr als 1000 politische Gefangene gezählt.








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