„Mord auf Raten“
Oppositionelle Kolesnikowa wird grausam gequält
Sorge um Maria Kolesnikowa: Die belarussische Opposition schlägt wegen des Gesundheitszustands der schwer kranken inhaftierten Oppositionspolitikerin Alarm.
„Die Informationen, die wir über Maria Kolesnikowa von ihren Mitgefangenen erhalten, sind alarmierend“, erklärte die im Exil lebende belarussische Oppositionsführerin, Swetlana Tichanowskaja, am Freitag auf X. Der Gefängnisverwaltung warf sie „mittelalterliche Grausamkeiten“ und einen „Mord auf Raten“ an Kolesnikowa vor.
Tichanowskaja zufolge hat sich Kolesnikowas Gesundheitszustand rapide verschlechtert. Die 42-Jährige wiege nur noch 45 Kilogramm. Die Oppositionspolitikerin werde „ausgehungert“ und „unter schrecklichen Bedingungen in ständiger Isolation gehalten“, schrieb Tichanowskaja weiter. Ihr zufolge befinden sich mehr als 200 politische Gefangene in Belarus „in einem lebensbedrohlichen Gesundheitszustand“.
Führte Proteste gemeinsam mit Tichanowskaja an
Kolesnikowa gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Opposition in Belarus. Sie hatte an der Seite von Tichanowskaja die Massenproteste gegen den autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko im Jahr 2020 angeführt. Als eine der wenigen führenden belarussischen Oppositionellen entschied sie sich gegen die Flucht ins Exil.
Kolesnikowa wurde 2020 inhaftiert, kurz nachdem sie sich einem Ausweisungsversuch der Behörden verweigert und ihren Reisepass zerrissen hatte. 2021 wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt. Ihr wurde unter anderem „Verschwörung zur Machtergreifung“ vorgeworfen.
Seit einem Jahr kein Kontakt zur Außenwelt
Nach Angaben ihrer Unterstützer leidet die Aktivistin unter schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Im November 2022 wurde sie laut der belarussischen Menschenrechtsorganisation Wjasna notoperiert. Wjasna zufolge ist anderen Inhaftierten jeder Kontakt mit Kolesnikowa verboten. Seit mehr als einem Jahr hat sie auch keinen Kontakt mehr zur Außenwelt: Anrufe, Briefe oder Besuche sind ihr untersagt.







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