06.06.2013 13:06 |

Donau, Elbe, Saale

D: Flut weiter nicht gebannt - Dämme drohen zu brechen

Das Hochwasser von Donau, Elbe und Saale hat große Teile Deutschlands weiter fest im Griff. Tausende Menschen mussten am Mittwoch ihre Häuser verlassen. Die Überflutungsgefahr ist noch nicht gebannt, auch wenn das Wasser der Flüsse teilweise wieder sinkt. Besonders prekär ist die Lage rund um die bayerischen Städte Straubing und Deggendorf sowie im Osten Deutschlands entlang der Elbe, wo die Hilfskräfte weiter darum kämpfen, Dämme zu stabilisieren.

In Straubing ist "alles im Einsatz", sagte ein Sprecher der Stadt. Das Hochwasser der Donau geht langsam zurück, Entwarnung konnte trotzdem noch nicht gegeben werden. Im teilweise meterhoch überfluteten Deggendorf (Bild) wird erst im Laufe des Donnerstags mit sinkenden Wasserständen gerechnet. Ein Deich bei Osterhofen in der Nähe der Kreisstadt droht zu brechen. Die Polizei bestätigte erste Evakuierungsmaßnahmen.

Halle befürchtet Dammbruch
In den ostdeutschen Hochwassergebieten entlang der Elbe und ihrer Nebenflüsse ist die Lage ebenfalls weiterhin kritisch. Anspannung herrscht insbesondere in Halle an der Saale, wo nach Angaben der Landesregierung von Sachsen-Anhalt ein Damm mitten im Stadtgebiet nachzugeben droht. Sollte die Barriere brechen, würde ein Stadtteil überschwemmt werden.

Bereits am Mittwoch hatten die Behörden 30.000 Bewohnern der Siedlung dringend empfohlen, die bedrohten Gebiete freiwillig zu verlassen. Für 1.000 Menschen in einer akut gefährdeten Zone wurde die Evakuierung angeordnet. Der Damm ist so instabil, dass ihn Helfer nicht mehr betreten können. Zuletzt sind die Pegel nach Angaben der Stadtverwaltung allerdings wieder leicht gesunken.

Ebenfalls dramatisch ist die Situation in Bitterfeld nordöstlich von Halle, wo ein See in einen anderen durchzubrechen droht. Sollte das passieren, wäre eine Flut in Teilen der Stadt die Folge. Die Bundeswehr sprengte am Mittwochabend einen zusätzlichen Abfluss für die Wassermassen frei. Die erhoffte Entlastung ist dadurch jedoch noch nicht eingetreten.

Scheitel der Elbe erreicht Dresden
Im stark hochwassergefährdeten Dresden erreichte die anschwellende Elbe am Donnerstag ihren Scheitelpunkt (siehe Video in der Infobox). Dieser lag nach Angaben der Hochwasserzentrale bei 8,75 Metern und damit deutlich unter dem Rekordwert beim sogenannten Jahrhunderthochwasser von 2002, als die Elbe auf rund 9,40 Meter angestiegen war.

Die Hochwasser-Scheitelwelle ist den Experten zufolge sehr lang, weshalb der Fluss vermutlich noch längere Zeit auf seinem Höchststand bleibt. Zum Schutz der Altstadt hatten Helfer in den vergangenen Tagen mobile Schutzwände und Barrieren errichtet.

Unterdessen rüsten sich die Elbe-Anrainer in den weiter nördlich gelegenen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein für das auf sie zurollende Hochwasser. In Niedersachsen verstärken Tausende Helfer bereits seit Tagen die Deiche. Im Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern tritt erstmals der Krisenstab zusammen. In Schleswig-Holstein, wo der kleine Ort Lauenburg bedroht ist, befürchtet das Umweltministerium "noch nie dagewesene Wasserstände". Im betroffenen Gebiet sind 4.000 Helfer im Einsatz.

Tschechien: Höchststand, Dammbruch, Vermisste
Weiter flussaufwärts im tschechischen Usti ist die Elbe nicht wie befürchtet über die Elf-Meter-Marke gestiegen. Der Pegel erreichte in der Nacht auf Donnerstag einen Höchststand von 10,71 Metern und fiel anschließend um wenige Zentimeter, wie die Wasserbehörde mitteilte. Wohngebiete und Geschäfte am rechten Flussufer stehen jedoch weiter unter Wasser. Im benachbarten Decin sind ufernahe Straßen und der Hafen überschwemmt.

In Terezin (Theresienstadt) brach ein provisorischer Damm, Anrainer wurden in Sicherheit gebracht. Im Erzgebirge sucht die Polizei weiter nach einer 36 Jahre alten Frau, die in einen Kanal gefallen war. Seit Beginn der Unwetter werden in Tschechien außerdem vier Wassersportler vermisst. Acht Menschen sind bisher gestorben, mehr als 19.000 Personen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

U-Bahn in Prag fährt wieder
Gute Nachrichten gab es am Donnerstag aus der Hauptstadt Prag: Dort haben die Schutzwände gehalten, die U-Bahn nahm nach viertägiger Sperre wieder ihren Betrieb auf. Allerdings bleiben einige Stationen in der Nähe der nach wie vor hochwasserführenden Moldau vorerst weiter geschlossen.

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