Aus religiösen Gründen

Wegen Lehrerin: Flüchtling boykottiert Deutschkurs

Oberösterreich
16.12.2024 15:53

Der oberösterreichische Integrationslandesrat Christian Dörfel (ÖVP) schüttelt den Kopf und ist sauer. Er berichtete am Montag über einen Vorfall in Steyr (OÖ), wo ein Flüchtling die Teilnahme an einem verpflichtenden Deutschkurs ablehnte. Seine Begründung: Er möchte sich nicht von einer Frau unterrichten lassen ...

Geschehen ist der Vorfall am Wifi in Steyr: Auch dort werden die verpflichtenden Deutschkurse für Flüchtlinge abgehalten. Integrationslandesrat Christian Dörfel (ÖVP) zur „Krone“: „Ich war in den letzten Wochen viel unterwegs. Dabei wurde mir berichtet, dass bei manchen Organisationen weibliche Deutsch-Trainerinnen ausgetauscht werden, weil sich Teilnehmer aus religiösen Gründen weigern, von einer Frau unterrichtet zu werden.“

ÖVP-Landesrat Dörfel ist erbost: „Das darf in Zukunft nicht mehr vorkommen!“
ÖVP-Landesrat Dörfel ist erbost: „Das darf in Zukunft nicht mehr vorkommen!“(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

„Das führt zu Reduzierung oder Streichung der Förderung“
Dörfel ist darüber erbost und sagt: „Das darf in Zukunft nicht mehr vorkommen und wird zu einer Reduzierung oder Streichung der Förderung führen. Hier geht es darum, auch im Rahmen von Deutschkursen Respekt für weibliche Autorität festzustellen.“ Generell möchte das Land die Zahl der Deutschkurse samt der Vermittlung von Werten und Respekt auf über 6000 erhöhen, zudem soll es strengere Richtlinien geben. Gelehrt werden soll nicht nur Hochdeutsch, sondern auch Dialekt. Dörfel sagt: „Hochdeutsch hilft in vielen Bereichen, aber nicht in allen.“

Integrations-Hausordnung für Oberösterreich
Dem Integrationsressort schwebt auch vor, eine Art Hausordnung für Oberösterreich zu entwickeln. Sprich: Die Vermittlung unserer Werte wird ausgebaut, und Verpflichtungen werden stärker betont. Der Landesrat über die strengen Vorgaben: „Wer unsere Lebensweise ablehnt, unsere gesellschaftlichen Errungenschaften wie Gleichberechtigung von Mann und Frau infrage stellt oder Religion über staatliches Recht stellen will, hat bei uns keinen Platz.“

Persönliche Erfolgsgeschichte kann ein authentisches Vorbild sein
Das Land will außerdem zugewanderte Menschen, die sich integriert haben und erfolgreich sind, vor den Vorhang holen. Eine persönliche Erfolgsgeschichte könne ein authentisches Vorbild für neu Zugewanderte sein. Gleichzeitig sende das auch ein Signal an die Bevölkerung, dass Integration mit konsequenten Voraussetzungen funktionieren könne.

Im Dezember 2024 befanden sich in Oberösterreich 3644 Asylwerber in der Grundversorgung. Anfang des Jahres waren es – ohne Vertriebene aus der Ukraine – noch 4581 Menschen. 

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