Das Land Tirol stellt – wie berichtet – im neuen Bädertopf Zuschüsse von 45 Prozent der Baukosten für Neubauten von Schwimmbädern bereit. Für die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden ist dies aber leider zu wenig.
Das Bäderpaket des Landes Tirol soll die Bäder in eine stabile Zukunft führen. So auch in Axams, Wörgl und Imst. Dort sind Schwimmbad-Neubauten angedacht. Die Bürgermeister der jeweiligen Ortschaften sind sich aber einig: Die angekündete Förderung ist zu wenig.
Axams hofft auf mehr Geld
Das Bäderpaket sieht bei einem Neubau einen Landes-Zuschuss von 45 Prozent der Kosten für den Bau vor. Diese Summe mag zwar auf dem Papier ordentlich wirken, stellt die Gemeinden aber dennoch vor Herausforderungen. Denn für die Neuerrichtung des Hallenbades in Axams werden rund 30 Mio. Euro benötigt. Der Bädertopf würde bei diesem Vorhaben 13 Mio. Euro übernehmen. Laut Bürgermeister Thomas Suitner benötige es aber eine Förderung von mindestens 20 Millionen, um den Neubau zu ermöglichen.
Mit diesen Konditionen wird es unmöglich sein, ein neues Regionalbad im Unterland zu errichten. Die Region verpasst eine Riesenchance.
Michael Riedhart, Bürgermeister von Wörgl
Kritik an Gießkannen-Förderung
Ähnlich ist die Situation im Unterland: Wörgl hat bereits mehrere Varianten für ein neues Regionalbad dem Land vorgelegt. Um dieses zu bauen, benötigt es eine Kostenübernahme von rund 70 Prozent. Der Wörgler Bürgermeister Michael Riedhart spricht von „Gießkannenförderungen“: Das Geld werde quer über das Land verteilt, „für größere Investitionen bleibe nichts übrig“.
Laufender Betrieb nicht zwingend gesichert
Auch in Imst steht man dem Bau eines Hallenbades offen gegenüber. Bereits im Jahr 2015 versuchte die Stadtgemeinde ein solches zu errichten. Nun scheitert das Vorhaben abermals an den umliegenden Gemeinden. Imst ist nach größeren Investitionen wie jener in den Neubau der Bergbahn auf Unterstützung der Nachbarorte angewiesen. „Diese sind aber nicht bereit, in ein Schwimmbad dauerhaft zu investieren“, heißt es vonseiten des Imster Bürgermeisters Stefan Weirather (VP).
„Betreiber froh über Basisbeträge“
Wenn das Schwimmbad erst einmal steht, muss auch der laufende Betrieb finanziert werden. Der Bäderfonds sieht hier rund 250.000 Euro Förderung für jedes der 25 Tiroler Hallenbäder pro Jahr vor. Das Axamer Schwimmbad würde aber beispielsweise bis zu 400.000 Euro im Jahr benötigen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Den Rest müsse die Gemeinde tragen. „Die Betreiber sind jedenfalls froh über die Basisbeträge zur Finanzierung“, betont WK-Bädersprecher Ulrich Mayerhofer.
Lorenz Kanzian/Kronen Zeitung
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