Bedenken „unnötig“

Islamisten-Anführer: Kein weiterer Krieg in Syrien

Ausland
11.12.2024 06:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Syrien steht laut dem Anführer der Islamistengruppe kein weiterer Krieg bevor. Die Befürchtungen westlicher Staaten, dass die Gewalt nach dem Sturz des Machthabers Bashar al-Assad andauern könnte, seien „unnötig“, sagte Ahmed al-Sharaa.

Die Gefahr sei schließlich von Assads Regierung und proiranischen Milizen ausgegangen. „Deren Beseitigung ist die Lösung“, sagte Sharaa. Das Land werde wieder aufgebaut, versprach er, und bewege sich auf Stabilität zu. Sharaa trat zuvor unter seinem Kampfnamen Abu Mohammed al-Golani (Jolani) auf. Zuletzt ging er aber mit seinem Klarnamen an die Öffentlichkeit.

Wie berichtet, nahm eine Rebellen-Allianz am Sonntag nach mehr als 13 Jahren Bürgerkrieg die syrische Hauptstadt Damaskus ein. Präsident Assad, der seit Juli 2000 im Amt war, floh nach Russland.

UNO: Krankenhäuser überfordert, Minenfelder
Laut der UNO ist die humanitäre Lage in Syrien derzeit stabil. In vielen Großstädten wie Damaskus sind jedoch Nahrungsmittel knapp. Seit Beginn der Offensive sei der Brotpreis in Städten wie Idlib und Aleppo um 900 Prozent angestiegen, berichtete das Nothilfebüro der Vereinten Nationen (OCHA) am Dienstag.

Krankenhäuser im ganzen Land seien aufgrund der hohen Zahl an Patientinnen und Patienten mit Traumata und Verletzungen überfordert. Viele Menschen würden unter enormer psychischer Belastung leiden. Es gebe weiterhin Fluchtbewegungen. OCHA warnte vor Minenfeldern. In den vergangenen zehn Tagen seien mindestens 52 Minenfelder im ganzen Land identifiziert worden.

Hier sehen Sie Fotos aus dem Militärgefängnis Saidnaya.

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Die unbeschreibliche Brutalität und Kriminalität des Assad-Regimes, das durch Tötungen, Verhaftungen und Folter Leid und Unterdrückung verbreitet, muss ein Ende finden.

Raid al-Saleh, Leiter der Weißhelme

Weißhelme suchen Geheimgefängnisse
Aktivistinnen und Aktivisten wollen noch weiter geheime Gefängnisse der gefallenen Regierung aufspüren. Dafür sei ein Antrag bei den Vereinten Nationen gestellt worden, sagte der Leiter der Weißhelme, Raid al-Saleh. Der Kreml solle Druck auf den gestürzten Langzeitherrscher Assad ausüben, um die Herausgabe von Standorten sowie Listen mit den Namen der Inhaftierten zu veranlassen.

„Die unbeschreibliche Brutalität und Kriminalität des Assad-Regimes, das durch Tötungen, Verhaftungen und Folter Leid und Unterdrückung verbreitet, muss ein Ende finden“, schrieb Al-Saleh auf der Plattform X. 

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