Gehen die Syrer? Kommen jetzt noch mehr Syrer nach Österreich? Oder kehren jetzt viele Syrer in ihr Heimatland zurück? Nach dem Fall des verhassten Assad-Regimes fragt man sich das in Europa, ganz besonders auch in Österreich. Eineinhalb Millionen Syrer leben derzeit in den EU-Staaten, fast 100.000 von ihnen allein in unserem Land. Noch lässt sich schwer abschätzen, wie es im Nahost-Staat weiter geht. Aber angesichts des großen Jubels einer großen Menge am Sonntagabend in der Wiener Innenstadt müsste man doch annehmen können, dass die meisten dieser Menschen möglichst rasch in ihre Heimat zurückkehren wollen, um dort einen neuen Staat aufzubauen. Österreich hat jedenfalls schon erste Konsequenzen gezogen und stoppt zunächst einmal alle laufenden Asylverfahren von Syrern – das sind einige tausend Fälle. Innenminister Karner spricht davon, dass er zudem ein „geordnetes Rückführungs- und Abschiebeprogramm“ vorbereiten werde. Ob das erfolgreich sein wird?
Glück des Tüchtigen. „Glauben Sie, dass viele Syrer jetzt in ihre Heimat zurückkehren werden?“, fragten wir gestern via krone.at unsere Leser und User. Nein, sie glauben es nicht – eine weit überwiegende Mehrheit antwortete da mit „Nein“. „Krone“-Politik-Kenner Claus Pándi ist da optimistischer. Er kann sich vorstellen, dass der Migrationsdruck auf Europa, auf Österreich nachlässt. „Damit wären nicht alle Probleme von heute auf morgen gelöst, aber in den nächsten Monaten käme eine bessere Stimmung auf“, glaubt unser Autor. Und wenn dann im kommenden Jahr auch Putins Krieg gegen die Ukraine zum Erliegen käme und mit dem Wiederaufbau begonnen werden kann, könnte das Europas Wirtschaft einen gewaltigen Schub geben. Pándi gesteht, dass dieses Szenario sehr optimistisch sei. Aber man könnte, wie er meint, „etwas für österreichische Verhältnisse ganz Neues probieren. Nämlich die positiven Möglichkeiten sehen.“ Freilich weiß er auch: „Fortune alleine wird der künftigen Regierung ohnehin nicht helfen. Sie muss die Chancen auch selbst beim Schopf packen.“ Wünschen wir ihr – und uns allen – das Glück des Tüchtigen!
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