In einem Interview mit „Welt am Sonntag“ hat Severin Freund seine Epilepsie-Erkrankung öffentlich gemacht. „Ich hatte immer wieder Anfälle“, offenbarte der ehemalige Skispringer.
„Es scheint bei mir so zu sein, dass ich im Abstand von sechs bis 24 Monaten ein Fenster von etwa zwei Wochen habe, in denen ich Anfälle habe. Dann ist es einer oder sind es bisher maximal drei. Danach habe ich wieder Ruhe“, schilderte der Deutsche. Zwar habe er bereits während seiner aktiven Karriere an Epilepsie gelitten, die Symptome jedoch ausschließlich in der Nacht zu spüren bekommen. „Ich hatte immer wieder Anfälle, allerdings nur aus dem Schlaf heraus“, so Freund.
Obwohl ihm ein Arzt 2006 strikt vor einer Karriere als Skispringer abgeraten hatte, entschied sich der mittlerweile 36-Jährige für den Wintersport. Um zu vermeiden, dass schlechte Leistungen auf seiner Erkrangung zurückgeführt werden, beschloss Freund bewusst, seine Diagnose während der Karriere geheim zu halten.
„Fange im Schlaf an zu krampfen“
Sein Umfeld habe sich schon vor langer Zeit an den Umgang mit Epilepsie gewöhnt, führte der dreifache Weltmeister weiter aus. „Ich fange im Schlaf an zu krampfen, beisse mir teilweise auch auf die Wange. Meine Frau schaut dann, dass nichts in der Nähe ist, an dem ich mich verletzen könnte und dass ich nicht aus dem Bett rauskugle.“
Bilderbuch-Karriere
2007 hatte Freund sein Weltcup-Debüt gegeben, neben zahlreichen Medaillen in Skisprung- beziehungsweise Skiflug-Weltmeisterschaften eroberte er 2014 mit dem deutschen Team die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sotschi. Ein Jahr später konnte der Bayer seine Karriere mit dem großen Kristallkugel krönen. 2022 hing er seine Skier im Alter von 33 Jahren an den Nagel.
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