Regisseur Lukas Michelitsch (28) aus Deutschlandsberg könnte am Sonntag seinen ersten Nestroy-Preis gewinnen. Welche Ansprüche er ans Theater hat und wie seine Herkunft ihn geprägt hat.
Ulrike Haidacher machte aus ihrem Kabarett-Programm einen Roman, Lukas Michelitsch machte den Roman zum Theaterstück: Keine leichte Aufgabe, und doch ist sie dem jungen Regisseur aus Deutschlandsberg geglückt. Mehr noch: Für „Die Party“ am Schauspielhaus Graz ist er für den Nachwuchs-Nestroypreis nominiert.
„So etwas erwartet man nie“, sagt Michelitsch, der 2023 sein Diplom am Wiener Reinhardt-Seminar abgeschlossen hat. „Es ist eine Freude, wenn es dann passiert.“ Haidachers Roman sei eine „super Vorlage“ gewesen, „weil der Text fürs Sprechen geschrieben ist. Er ist sehr dicht und es passiert viel. Man muss natürlich einiges kürzen, aber wir – Darstellerin Marlene Hauser, Dramaturgin Emily Richards und ich – haben das ausgewählt, was uns am meisten Spaß gemacht hat“. Mit der Autorin hat sich Michelitsch vorab übrigens kaum besprochen. „Bei der Premiere ist sie dann zu mir gekommen und hat gescherzt: ,Bei dieser und jener Pointe wäre noch was drinnen gewesen...’“
„Theaterzentrum war ein großer Freiraum“
Erste Bühnenerfahrungen sammelte Michelitsch im Theaterzentrum Deutschlandsberg. „Das hat mich auf jeden Fall geprägt, weil es ein Ort war, wo junge Leute Lust hatten, etwas umzusetzen. Das ist am Land nicht selbstverständlich.“ Von der Technik über Bühne aufbauen und Karten abreißen sei alles dabeigewesen. „Das TZ war ein großer Freiraum, in dem wir vieles ausprobieren konnten und Perspektiven aufs Theater gewonnen haben.“ Heute lebt Michelitsch in Wien, „aber ich habe noch viel Kontakt nach Deutschlandsberg“.
Was die Zukunft bringt, ist offen, sagt der Jungregisseur. „Aber die Mittel des Theaters sind jetzt die beste Ausdrucksform für das, was ich machen will.“ Wichtig sei, aus den Stoffen und Texten etwas über die Welt, in der wir leben, zu erzählen: „Das ist etwas, das Theater immer tun sollte.“
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