Eine steirische Archäologie-Initiative vermutet in Pöls-Oberkurzheim Fundstücke und Grabbauten, die in Mitteleuropa einzigartig sind. Für weitere Forschungen muss jetzt eine Finanzierung aufgestellt werden.
Eines der berühmtesten hallstattzeitlichen Relikte der Steiermark, der Strettweger Wagen, wurde im Murtal gefunden. Auch in den umliegenden Tälern, etwa dem Pölshals, konnten etwa ein 6000 Jahre alter Kupferdolch, Keramik und römische Grabanlagen gefunden werden. Und nun könnte sich herausstellen, dass noch viel mehr Geschichte im dortigen Boden vergraben liegt.
Denn die Arbeitsgemeinschaft für Geschichte und Archäologie (AGGA) Pölstal hat Anfang November erstmals gemeinsam mit der GeoSphere Austria Boden-Prospektionen durchgeführt, also den Boden „durchleuchtet“. Die Ergebnisse wurden am Dienstagabend in Judenburg vorgestellt und bestätigen laut Peter Koch von der AGGA, dass sich dort Jahrtausende alte Fundstücke befinden könnten.
Anordnung der Grabhügel gibt Rätsel auf
Und mehr noch: „Das Außergewöhnliche an diesen jetzt gefundenen Strukturen ist die Anordnung der Grabbauten. Sie ist linear, was bisher nur in Südskandinavien und Stonehenge nachweisbar war.“ Auch die Dichte und genaue Ausrichtung der Gräber an Achsen geben noch Rätsel auf, so die Arbeitsgemeinschaft. Die Gegend könnte sich als wichtiger Handelsknoten herausstellen.
Jetzt muss die Finanzierung für weitere Forschungen aufgestellt werden. „Wir rechnen mit einer Projektdauer von mindestens zehn Jahren“, sagt Koch.
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