Nun sind also die beiden von der italienischen Regierung geplanten und finanzierten Container-Camps für illegale Boots-Flüchtlinge in Albanien in Betrieb genommen worden. Solche Lager außer Landes zu errichten, war ein wichtiges Wahlversprechen der postfaschistischen Ministerpräsidentin Meloni. Und der albanische Autokrat Edi Rama hat dies mehr oder weniger im Alleingang auch ermöglicht.
EINERSEITS könnte dies ein erster Schritt zur Realisierung des vor wenigen Monaten beschlossenen EU-Asylpakts sein. Dieser sieht ja Aufnahmezentren an den EU-Außengrenzen zwecks rascher Asylverfahren vor.
ANDERERSEITS zeigen sich am Beispiel von Melonis Albanien-Projekt, von dem die italienische Opposition meint, dort entstünde ein europäisches Guantánamo, bereits die Probleme dieses Plans. Diese bestehen zuallererst in den enormen Kosten und der relativ geringen Wirksamkeit. Italien soll nämlich in den nächsten fünf Jahren nahezu 700 Millionen Euro dafür zahlen, dass dort maximal 3000 Menschen aufgenommen werden können. Bei den vielen Zehntausenden illegalen Migranten, die über das Mittelmeer nach Italien strömen, eine vergleichsweise geringe Anzahl.
Und außerdem ist man an den EU-Außengrenzen zumeist auf politisch höchst unzuverlässige und weitgehend undemokratische Partner angewiesen. Wie etwa auf den Albaner Edi Rama, der als höchst korrupt gilt.
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