Die in einem „Geheimplan“ angedachten Schließungen und Zusammenlegungen von Krankenhäusern in Niederösterreich stoßen nicht nur auf Ablehnung. Es gibt auch durchaus Stimmen für einschneidende Maßnahmen im heimischen Gesundheitswesen.
Die Proteste gegen die geplanten Umwälzungen in der heimischen Spitalslandschaft fielen und fallen heftig aus. Doch es gibt auch Befürworter der Reformpläne.
Fachkräftemangel und hohe Betriebskosten
So tritt Rainer Ernstberger, ärztlicher Direktor der Klinken Hollabrunn und Korneuburg-Stockerau, für eine „Bündelung“ der Akutversorgung an einem Standort ein. Seine drei Spitäler sollen ja laut Plan in einer neuen Klinik Weinviertel-Süd-West aufgehen. Ernstberger verweist auf Fachkräftemangel und höhere Betriebskosten für drei Kleinkliniken. Geteilt wird seine Meinung von Katja Steininger, regionale Gesundheitsmanagerin des Landes im Weinviertel.
Infrastruktur aus den 1970er-Jahren
Auch Patientenanwalt Michael Prunbauer betont, eine „Reform der Spitalsstruktur ist notwendig“. Ins selbe Horn stößt Herbert Frank. Der Universitätsprofessor ist Vorsitzender des NÖ-Sanitätsrates und betont: „Die Gesundheitsinfrastruktur im Land stammt teils aus den 1970er-Jahren, eine Modernisierung ist längst überfällig.“

Qualitätsverschlechterung droht
Hinter die Reformbestrebungen stellt sich auch Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl. Man sehe an einzelnen Spitalsstandorten, dass sich „wegen Personalmangels und Unterauslastung die Qualität dramatisch zu verschlechtern droht“. Er beobachte auch, dass Menschen im Ernstfall „lieber die beste als die nächste Versorgung wählen“.
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