Vielleicht ist mit Dominik Wlazny einfach der Musiker durchgegangen: So wie Pophits seit Jahren immer kürzer werden, war es auch nach dem (Wahlkampf-)Auftakt seiner Bierpartei bald still.
TV-Auftritte? Kein Interesse. Interviews? Eine Zumutung. So macht man aus zehn Prozent der Wiener, die Wlazny vor zwei Jahren den Bundespräsidenten zugetraut hätten, nur noch zwei Prozent, die ihn im Parlament sehen wollten – und acht Prozent, die ihre Hoffnung auf ein neues politisches Angebot umso enttäuschter begraben haben.
Vielleicht war Wlaznys Geheimplan ja einfach, den Polit-Frust in Österreich noch zu steigern. Immerhin wird Punk – als Musikstil von Wlaznys alter ego Marco Pogo – ja als Ausdrucksmittel derer gesehen, die sich nicht gehört fühlen. So ergäbe seine Wahlkampftaktik zumindest irgendwie Sinn: Mehr Polit-Frust erzeugt mehr Publikum für Punk, also seine Konzerte.
Und wenn doch niemand kommt: Auch zwei Prozent Wähler reichten für über 300.000 Euro Wahlkampfkostenerstattung, womit angesichts seiner sparsamen Kampagne noch genug übrig bleiben dürfte. Wer statt vor Publikum mit Wähler-Hoffnungen spielt, ist jedenfalls unser Kasperl der Nachwahlwoche.
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