Als auch Siege nicht für Zufriedenheit sorgten, brachte es eine gewisse Unsicherheit, für die jetzt die Spieler mit ihren Fehlern sorgen. Je länger der sieglose Zustand andauert, desto mehr liegen die Nerven blank. Am Samstag begleitete ein Fan-Polizist zur Vorsicht den in Schmähgesängen angegriffenen Manager Werner Kuhn, als er lange nach Spielende das Hanappi-Stadion verließ. Da sorgte der impulsive Schöttel-Assistent Dritan Baholli mehrmals für den schlechten Eindruck, dass er in der Coaching Zone die Macht übernimmt, etwas anderes anordnet als der Chef. Auf wen sollen die ohnehin verunsicherten Spieler dann hören?
"Müssen die Fans endlich belohnen"
Es liegt auch an Sportchef Helmut Schulte, das abzustellen. Denn in der Analyse passt zwischen ihn und Schöttel kein Blatt Papier: Rapid gelingt es nicht, eine Mannschaft, die mit zwei kompakten Viererketten verteidigt, auszuspielen oder so unter Druck zu setzen, dass sich zwangsläufig Chancen ergeben. Zusätzlich erschwert sich die Mannschaft mit naiven Defensivfehlern das Leben selbst. Hofmann muss zu viel tun, wie 106 Ballkontakte beweisen. Und zu viele zeigten zwei Gesichter. Etwa Boyd. Zunächst viele "Stockfehler", dann ein Tor und ein Assist. Sein Geständnis: "Wir haben uns das selbst eingebrockt, müssen die Fans und uns endlich belohnen."
Weniger Risiko als Siegformel?
Die Fans werden sich für den nächsten Anlauf zum ersten Sieg 2013 gegen den Letzten Admira andere Sprechchöre und Schmähgesänge einfallen lassen, Schöttel bis Samstag eine andere Aufstellung, mit der die Defensive so stabil sein soll wie bis zum Winter. Ob ein Schritt zurück zu weniger Offensivrisiko der Schlüssel sein kann, um Rang drei in die Teampause zu retten? Die vielen Fehler haben mit der Spielanlage ja wohl nur wenig zu tun.
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